“Wie ein Faustschlag auf die Brust”: Zur Dokumentation ARTE “Schrott im Körper”

Mit diesen Worten beschreibt der Politiker Wolfgang Bosbach den Moment, als sein Defibrillator technisch einen Stromstoss sendet, der nicht funktionsgerecht ist, sondern ihn ausser Gefecht setzt und ins Krankenhaus bringt. Dort wird der Defekt dann entdeckt. Auch der deutsche Journalist Dagobert Lindlau bekam fehlerhafte Schockgeber für sein Herz.

Die Französin Christine Terrade ist eine von vielen Opfern, denen Brustimplantate mit giftigem Industriesilikon eingesetzt wurden. Wie viele andere Patienten fragt sie nach den Gründen, sucht Verantwortliche und Gerechtigkeit.

Bei Hüftprothesen gibt es Serien, die jahrelang eingesetzt werden. Und Hunderte, ja Tausende Patienten müssen nach dem Bruch ihrer mangelhaften Prothese erneut operiert werden und wiederholt mühsam das Gehen lernen. Neben diesen fatalen medizinischen Folgen für die Patienten bedeutet dies auch Folgekosten für die Krankenkassen von rund 100.000 Euro pro Fall. Dass die Prothesen-Serie kaum klinisch getestet wurde, sie gar nicht auf den Markt hätte kommen dürfen, dass der behandelnde Arzt leider nicht wusste oder nicht wissen wollte, wie schlecht sie ist – das alles erfährt der Patient nicht. Immerhin hat er überlebt. Was bei Patienten mit defekten Defibrillatoren nicht immer der Fall ist.

Meldungen über Probleme mit Medizinprodukten erreichen die Kliniken oft viel zu spät. Solange der Hersteller sein Gerät nicht selbst vom Markt nimmt, geschieht nichts. Nachweislich verschwanden Berichten zufolge in mehreren Fällen die mangelhaften Medizinprodukte, Beweisstücke für eventuell später stattfindende Schadensersatzklagen. auf mysteriöse Art und Weise nach der Explantation ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK