Einkommensteuer: Werbungskostenabzug für das Dienstjubiläum

Dienstjubiläen als herausgehobene persönliche Ereignisse sind in der Regel als durch die private Sphäre des Arbeitnehmers veranlasst beurteilt. Entsprechende Aufwendungen sind regelmäßig auch durch die gesellschaftliche Stellung des Arbeitnehmers veranlasst (§ 12 Nr. 1 S. 2 EStG) und daher zumindest nicht in vollem Umfang als Werbungskosten anzuerkennen (BFH 1.2.07, VI R 25/03, BStBl II 07, 459). Im Einzelfall kann eine andere Beurteilung im Hinblick auf den Anlass der Feier geboten sein (BFH 24.9.13, VI R 35/11). Streitig ist, ob Aufwendungen eines katholischen Priesters für einen Festgottesdienst und eine sich anschließende Feier anlässlich seines 25-jährigen Priesterjubiläums als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit zu berücksichtigen sind. Der Kläger ist katholischer Priester und als Gefängnispfarrer und Seelsorger in einer Justizvollzugsanstalt tätig. Anlässlich seines 25-jährigen Priesterjubiläums führte der Kläger in einem Berghaus in - zusammen mit Konzelebranten - einen Festgottesdienst durch, der aus einer Eucharistiefeier und einem Semesterabschlussgottesdienst für eine katholische Studentenverbindung bestand. Anschließend richtete er eine Feier im Garten des Berghauses aus. Der Kläger trat selbst als Gastgeber auf und bestimmte auch den Ort und Umfang der Feier sowie die Auswahl der Gäste. Von den 107 erschienenen Gästen waren neun Berufskollegen, elf "berufliche Wegbegleiter" (darunter fünf Ehefrauen als Begleitung), 42 pastoral betreute Personen (darunter 13 Personen als Begleitung), 28 Mitarbeiter der JVA (darunter sechs Personen/Ehefrauen als Begleitung) und sieben Mitglieder der Familie oder Verwandtschaft. Der Kläger hatte das Berghaus für den ganzen Tag und die anschließende Nacht angemietet, die Familienmitglieder übernachteten dort auch, zum Teil zwei Nächte ...Zum vollständigen Artikel


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