Warum es nicht immer von Vorteil ist prominent zu sein – Alice Schwarzer und die Berichterstattung des Spiegels

Die Berichterstattung des Spiegels über die Selbstanzeige von Alice Schwarzer hat für große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und große Empörung bei Frau Schwarzer geführt. Frau Schwarzer ist der Auffassung die Berichterstattung verletze ihr Steuergeheimnis und stelle einen Rufmord dar. Diese Einschätzung wird von eine Reihe von Juristen z.B. Prof. Thomas Fischer in der Zeit oder auch von mir nicht geteilt.

Prominent zu sein, hat sicherlich eine Reihe von Vorteilen. Allerdings nicht bei der Berichterstattung g z.B. über Ermittlungsverfahren / Straftaten. Hier gibt es keinen Prominentenbonus, sondern man kann eher von einem Prominentenmalus sprechen. Dies kann z.B. an einem Beschluss des Kammergerichts Berlin illustriert werden:

“Der BGH wie auch das BVerfG (BGH NJW 2009, 754; BVerfG NJW 2008, 1793) haben wiederholt dargelegt, dass prominente Personen der Allgemeinheit Möglichkeiten der Orientierung bei eigenen Lebensentwürfen bieten sowie Leitbild- oder Kontrastfunktionen erfüllen können.

Selbst die Normalität ihres Alltagslebens kann der Meinungsbildung zu Fragen von allgemeinem Interesse dienen. Dies trifft gerade auf die Antragstellerin zu, die mit der Girlband N. A… zu einem Idol und Leitbild deutscher Jugendlicher geworden ist, weil sie den Traum vieler junger Menschen, Popstar zu werden, für sich selbst realisieren und leben konnte. Zu Recht hebt das Landgericht hierbei hervor, dass der Antragstellerin insoweit auch eine Vorbildfunktion in der Öffentlichkeit zukommt.” - KG Berlin – Beschluss vom 12.06 ...

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