Schwarzgeld im Nachlass – was nun ?

RA Andreas Abel, Fachanwalt für Erbrecht und Fachanwalt für Famiienrecht

Unruhige Zeiten für Steuersünder in Deutschland: Prominente Fälle und der fortdauernde Ankauf von Daten-CD’s durch den Staat treiben in den letzten Wochen so manchem Inhaber eines Schwarzgeldkontos die Schweißperlen auf die Stirn. Doch was kann ein Erbe machen, wenn er feststellt, dass sich im Nachlass Schwarzgeld befindet, weil der Erblasser die Einkünfte zu seinen Lebzeiten dem Finanzamt verschwiegen hat ?

Inhaber von Schwarzgeld-Konten in der Schweiz mussten über die Jahre feststellen, dass sie über das Geld nicht verfügen konnten. Jede Verfügung barg ein Entdeckungsrisiko. Mit dem Tod des Kontoinhabers geht dann die Gefahr schlafloser Nächte auf den oder die Erben über.

Also, was tun ?

Die schlechte Nachricht vorneweg: das Erbe wird sich um einen nicht geringen Teil vermindern.

Ist dem Erben die Existenz von Schwarzgeld bekannt und ist die Tat noch nicht entdeckt, steht ihm nur die Möglichkeit zur Abgabe einer strafbefreienden Selbstanzeige zu. Ansonsten begeht er selbst eine Steuerhinterziehung, wenn er die nicht-versteuerten Einkünfte nicht nacherklärt, also die falschen Steuererklärungen nicht berichtigt.

Entscheidet sich der Erbe also zur Rückkehr in die steuerliche Legalität durch Selbstanzeige, muss er zwar in Bezug auf das Schwarzgeld die nicht entrichteten Steuern, soweit noch nicht Verjährung eingetreten ist, zzgl. Hinterziehungszinsen nachzahlen.

Mit der Selbstanzeige nach § 371 AO baut der Gesetzgeber Steuerhinterziehern aber eine „goldene Brücke”. Sie führt dazu, dass neben der Steuernachzahlung die Steuerhinterziehung nicht zusätzlich strafrechtlich geahndet wird ...

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