AG Pinneberg zu Poliscan und Augenblicksversagen

Zu den zahlreichen Poliscan-Entscheidungen in den letzten Jahren gesellt sich nun auch das AG Pinneberg, das keine wesentlichen Probleme mit dem System hatte. Schön in der Entscheidung sind auch die Erörterungen zum so genannten Augenblicksversagen, welches das AG ausschloss aufgrund der Ortskundigkeit der Betroffenen und der innerörtlichen Bebauung. Schade allerdings, dass das AG OWi-Verfahren für eine psychische Belastung hält, obwohl sie doch eigentlich wunderbar sind:

I.

Die Betroffene ist 60 Jahre alt. Sie lebt in geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen. Verkehrsrechtlich ist sie bisher nicht in Erscheinung getreten.

II.

Die Betroffene befuhr am 20.09.2012 um 20.41 Uhr als Führerin des Pkw mit dem amtlichen Kennzeichen PI - BS 444 die Altonaer Chaussee in 22869 Sch. in Höhe der Fußgängerbrücke in Fahrtrichtung Pinneberg mit einer Geschwindigkeit von mindestens 95 km/h.

Die durch eine Lasermessung mit dem stationären Messgerät des PoliScan F1 HP mit der Eichschein-Nummer 8-472-12 gemessene Geschwindigkeit lag bei 98 km/h, so dass abzüglich einer Toleranz von 3 km/h die vorwerfbare Geschwindigkeit 95 km/h betrug. Die Geschwindigkeitsübertretung erfolgte auf Höhe eines mit einer Bedarfsampel versehenen Fußgängerüberwegs innerhalb der geschlossenen Ortschaft. An dieser Stelle ist die Altonaer Chaussee bereits mit einer Mittelleitplanke versehen. Beide Fahrtrichtungen sind jeweils zweispurig. Das Ortsausgangsschild (Zeichen 311) befand sich ca. 135 Meter vom Ende der Messstrecke entfernt.

Die Geschwindigkeitsüberschreitung hätte die Betroffene bei Anwendung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt ohne weiteres erkennen können.

III.

Dieser Sachverhalt steht aufgrund der im Termin zur Hauptverhandlung vom 29.10.2013 geschlossenen Beweisaufnahme zur Überzeugung des Gerichts fest ...

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