Neutralität von Gerichtsgutachten ist mehr als gefährdet

Im Deutschen Ärzteblatt 2014; A-210 wurden erste Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, die aufhorchen lässt. Der von Prof. Dr. Ursula Gresser (Twitter) und Benedikt Jordan verfasste Artikel widmet sich einer Befragung von gerichtlichen Sachverständigen und deren Neutralität.

Grundsätzlich sollten Sachverständige ihre Gutachten unbeeinflusst und neutral erstellen. Dass dies bei Weitem nicht immer so ist, wird allgemein vermutet und davon haben wir auch bereits berichtet. Um der Diskussion eine wissenschaftliche Grundlage zu geben, wurde im November 2013 eine Studie zur „Begutachtungsmedizin in Deutschland am Beispiel Bayern“ im Rahmen einer Dissertation an der Ludwig-Maximilians-Universität München durchgeführt.

Die Ergebnisse dieser Befragung regen ernsthaft zum Nachdenken an: Bei der Befragung gab nahezu jeder vierte gutachterlich tätige Sachverständige im medizinisch oder psychologischen Bereich an, bei einem von einem Gericht in Auftrag gegebenen Gutachten in Einzelfällen oder häufig (wenige Nennungen) bei einem Gutachtenauftrag eine Tendenz signalisiert bekommen zu haben. Unter humanmedizinischen Gutachtern gab dies jeder Fünfte, unter psychologischen Gutachtern fast jeder Zweite an ...

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  • Gerichtsgutachten: Oft wird die Tendenz vorgegeben (07.02.2014)

    aerzteblatt.de - 34 Leser - Bei einer Befragung von Gutachtern gab etwa ein Viertel an, beim Gutachtenauftrag durch das Gericht eine Tendenz signalisiert bekommen zu haben. Der Fall „Gustl Mollath“ hat deutschlandweit eine heftige Diskussion ausgelöst. Mollath wurde infolge

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