Irreführende Werbung für "unsichtbare" Hörgeräte

Eigener Leitsatz: Die Bewerbung von im Ohr zu tragenden und mit einer Rückholvorrichtung versehenen Hörsystemen mit ihrer angeblichen Unsichtbarkeit stellt eine wettbewerbswidrige Irreführung über wesentliche Merkmale der Leistung dar, wenn eine vollständige Unsichtbarkeit bauformbedingt nicht erreicht werden kann.

Wettbewerbszentrale

Pressemitteilung vom 31.01.2014 zum Urteil des LG Marburg vom 08.08.2013

Az.: 4 O 7/13

Auffälligkeit und Sichtbarkeit von Hörgeräten spielen für Personen mit eingeschränktem Hörvermögen als Grundlage für Kaufentscheidungen eine ganz erhebliche Rolle. Schließlich geht es darum, einer etwaigen Stigmatisierung als Schwerhöriger zu entgehen. Gerade deswegen wird in der Hörgeräteakustik gelegentlich der Versuch unternommen, Hörgeräte mit entsprechenden Prädikaten zu bewerben, so auch ein im Nordhessischen beheimatetes Hörgeräteakustikunternehmen, welches ein von ihm angebotenes Gerät in der Werbung als �Das unsichtbare Hörsystem� anpries. Da dieses Hörgerät mit einer sog. Rückholvorrichtung versehen war, mit der ein einmal in den Gehörgang eingeführtes Hörgerät vom Benutzer mühelos wieder herausgenommen werden kann, ist es bauformbedingt nicht möglich, solche Hörsysteme tatsächlich unsichtbar zu gestalten. Daher beanstandete die Wettbewerbszentrale die entsprechende Werbung des Hörgeräteakustikers als Irreführung über wesentliche Merkmale der angebotenen Leistung. Die Wettbewerbszentrale sah sich veranlasst, insoweit auch gerichtliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, nachdem die Abgabe einer hinreichenden Unterlassungsverpflichtungserklärung verweigert wurde ...

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