Kommentar: Münchner Sicherheitskonferenz scheiterte an Ignoranz gegenüber energiepolitischen Machtinteressen

Sehr geehrte Leserinnen und Leser! Seit vielen Jahrzehnten dominieren die wirtschaftlichen Interessen der konventionellen Energiewirtschaft die Machtpolitik auf dem Globus. Erdöl, Erdgas, Kohle und Uran sind die entscheidenden Faktoren, die oftmals über Krieg und Frieden bestimmen. Für Energielieferländer entstehen hiermit ungeheure Machtpotentiale. Die Zugangswünsche zu den Energiequellen lösen Kriege aus – zwischenstaatliche und Bürgerkriege. Die Einnahmen aus dem Erdöl- und Erdgasgeschäft geben autokratischen Regimen die Finanzmittel zur Unterdrückung der Bevölkerung und zur machtpolitischen Dominanz gegenüber anderen Nationen. Da die Münchner Sicherheitskonferenz diese machtpolitischen Hintergründe nicht wirklich analysierte, geschweige denn daraus friedenspolitische Rückschlüsse zieht oder Strategien entwickelt, musste sie wie in den Jahren davor schon ohne Lösungsansätze schlichtweg scheitern. Ein militärisches Eingreifen des Westens in Syrien wird – und das zurecht – wegen der Gefahr eines Flächenbrandes mit ungeahnten Folgen gescheut. In der Tat ist die Hochrüstung der arabischen Welt furchterregend und damit die Gefahr des Flächenbrandes real. Bezahlt wurden die Rüstungslieferungen mit den Erdöleinnahmen aus der westlichen Welt. Vor diesem Hintergrund steckt die westliche Welt in einer Falle, aus der es scheinbar kein Entrinnen gibt: Wenn es zum militärischen Flächenbrand in der arabischen Welt kommt, dann werden die Erdöl- und Erdgaslieferungen weitgehend unterbrochen und die westlichen Industrienationen schließlich kollabieren. Genau deshalb kann Assad seinen fürchterlichen Völkermord, ebenfalls finanziert mit Geldern aus dem Ölgeschäft, weiterführen. Erst die Umstellung der Weltgemeinschaft auf Erneuerbare Energien würde diesen autokratischen Systemen die finanzielle und damit die machtpolitische Basis entziehen ...Zum vollständigen Artikel


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