Der Gewinnfreibetrag – worum es wirklich geht!

Andreas Maier

Der Gewinnfreibetrag für selbständige Unternehmer wird auf Basis des Abgabenänderungsgesetzes 2014 in Folge des neuen Regierungsprogramms 2013 bis 2018 einer Änderung unterzogen.

Bisher war es möglich den investitionsbedingten Freibetrag auch mittels Wertpapierkäufen zu lukrieren. Dies ist sollte ab 01.07.2014 nicht mehr möglich sein.

Der Gewinnfreibetrag nach § 10 EStG wurde im Jahr 2009 eingeführt und hatte die Zielsetzung Selbständigen eine gewisse steuerliche Erleichterung zu bringen. Man wollte diesen Personen etwas Vergleichbares wie die begünstigte Besteuerung des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes bei klassischen Dienstnehmern zukommen lassen. Im Sinne eines wirtschaftspolitischen Verständnisses der damaligen Regierung wurde dies jedoch unter die Bedingung gesetzt, dass Investitionen im selben Ausmaß nachzuweisen sind. Ein Betrag in Höhe von EUR 30.000,00 blieb davon unberücksichtigt und stand bzw. steht auch ohne Investitionen als Bemessungsgrundlage des 13prozentigen Gewinnfreibetrages zu.

Nach Bekanntwerden des Regierungsprogramms hat es sehr viele kritische und in gewissem Maße auch überziehende Stimmen in den Medien gegeben. Es steht ja nicht der Gewinnfreibetrag als solches zur Diskussion sondern lediglich der über EUR 30.000,00 hinausgehende investitionsbedingte Freibetrag, welcher durch Wertpapierkäufe lukriert wurde. Für diejenigen, die nicht Wertpapiere sondern klassisches begünstigtes Sachanlagevermögen anschaffen, ändert sich nichts.

Ein Beispiel soll verdeutlichen, ob es wirklich zu dem in den Medien angekündigten „Großangriff auf die Selbständigen“ kommt oder das Problem eigentlich wo anders liegt. Erzielt ein Unternehmer EUR 70.000,00 Gewinn. Wollte dieser den Investitionsfreibeitrag voll auszunützen, so musste er bisher in Höhe der Differenz zwischen EUR 70.000,00 und der fixen Bemessungsgrundlage von EUR 30.000,00, also um EUR 40.000,00 Investitionen tätigen ...

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