Unbekannter Dialogversuch: Verena Beckers Brief aus dem Knast

Verena Beckers Brief an Antje Vollmer (Quelle: Nachlass Ernst Käsemann, Uni Tübingen)

Es ist ein erstaunlicher Fund in der Tübinger Universitätsbibliothek, den mein Kollege Jan Seipel und ich gemacht haben. Dort liegen in der theologischen Fakultät Briefe zur “Vollmer-Initiative” für einen Dialog mit inhaftierten RAF-Mitgliedern. Darunter Dokumente, die auf eine (bislang unbekannte) Dialogbereitschaft von Verena Becker hindeuten.

“Soeben ist der beiliegende Brief von Verena Becker angekommen”, schrieb die damalige Bundestagsabgeordnete Antje Vollmer am 08. Januar 1988 an den (inzwischen verstorbenen) Tübinger Theologen Prof. Ernst Käsemann. Vollmer weiter: ”Er zeigt doch, dass sich was bewegt.”

Verena Becker selbst schrieb Anfang Januar 1988 an Antje Vollmer und Christa Nickels: “ich (und ich rede hier nur für mich) möchte auf euer gesprächsangebot zurückkommen.” Sie bittet die beiden Abgeordneten um einen Besuch bei ihr in der Haftanstalt Willich. Denn: “zur zeit bin ich für mich dabei, eine art lebensperspektive zu finden und diese durchzusetzen”.

Ob es tatsächlich zu einem Gespräch gekommen ist und was dieses ergeben hat, ist unklar ...

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