Harry Wörz – TV-Tipps für Ihr Wochenende

Zwei Sendebeiträge lohnen (am Wochenende vielleicht und nachdem Sie das prächtige Wetter für ordentliche Frischluftvergiftung genutzt haben) noch angesehen zu werden.

Darunter der Film über den Fall Harry Wörz, der am Mittwoch in der ARD gesendet wurde und den Sie vielleicht noch nicht gesehen haben. Er zeichnet sich auf bemerkenswerte Dichte und Nähe zur Chronologie des realen Falles aus.

Trotzdem lohnt es sich, nicht nur diesen anzusehen, sondern anschliessend auch die Dokumentation über den Fall, die der Regisseur Gunther Scholz gedreht hat.

Er hat sich über die Jahre des Falles und Verfahrens, das mehrfach Gerichte der Instanzen beschäftigte, mit Harry Wörz getroffen und gedreht.

Mein persönlicher Tipp ist, erst den Film der ARD und dann die Dokumentation von Gunther Scholz anzusehen, in jedem Fall aber beide Beiträge.

Sie sprechen für sich. Eindrucksvoll. Dicht. Nah. Beklemmend. Und beinahe nur da noch ein winziges bisschen und auch nur sehr bedingt tröstlich, wo ein Dorf sich hinter einen Menschen stellt, der von Ermittlungen, Polizei, Staatsanwaltschaft und Justiz nicht fair genug, nicht gerecht behandelt wurde und wird und Anwälten, die langen Atem beweisen müssen.

Beklemmend auch, wo am Ende Freiheit nicht zur Gerechtigkeit erwächst, weil sie erlittenen (nicht nur finanziellen) Schaden niemals ausgleichen kann. Verlust des Lebens, das mehr Verlust birgt, als die zählbaren, nie bezahlbaren, nie wirklich nachfühlbaren Tage des Freiheitsentzuges.

Und auch beklemmend, weil bis heute der wahre Täter nicht ermittelt und die Ermittlungen dazu eingestellt wurden, weil es angeblich am hinreichenden Anfangsverdacht gegen diesen nicht gebe.

Gerechtigkeit widerfährt damit nicht nur Harry Wörz am Ende nicht, sondern auch dem Opfer selbst und dem gemeinsamen Sohn ...

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