Softwarepatente in Europa: Modellierung ist als solches nicht-technisch (T0049/99)

In der Entscheidung T 0049/99 (Information modelling / INTERNATIONAL COMPUTERS) vom 5. März 2002 ging es um ein Verfahren zum Analysieren eines physischen Systems (z.B. einer Stromversorgungsanlage). Der Output des Verfahrens war ein objekt-orientiertes Modell, das die wesentlichen Eigenschaften des Systems abbildet.

Die technische Beschwerdekammer 3.5.01 hatte sich also mit der Frage zu befassen, ob Informationsmodellierung (engl. “information modelling”) eine patentfähige Erfindung darstellen kann.

Ergebnis: Konzepte der Informationsmodellierung sind als solches vom Patentschutz ausgeschlossen (analog zu anderen rein gedanklichen Tätigkeiten). Ein Modellierungsverfahren kann allerdings dann eine patentfähige Erfindung darstellen, wenn es zweckgebunden zur Lösung eines technischen Problems eingesetzt wird, beispielsweise bei der Steuerung eines technischen Prozesses in dem modellierten System.

Orientierungssatz

Information modelling is an intellectual activity and should be treated like any other human activity in a non-technical field, which is, as such, not an invention for the purposes of Article 52(1) EPC. Only the purposive use of information modelling in the context of a solution to a technical problem may contribute to the technical character of an invention.

Aus der Begründung [5.] Article 56 EPC defines that an invention shall be considered to involve an inventive step if, having regard to the state of the art, it is not obvious to a person skilled in the art.

Furthermore, consideration has to be given to the “problem-and-solution approach” which is applied by the boards of appeal in examining inventive step (see the EPO publication “Case Law of the Boards of Appeal of the European Patent Office”, 4th edition 2001, pages 101 ff.) ...

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