Welche Vergütung ist für Auszubildende angemessen?

Die angemessene Vergütung ist im Zweifel die Vergütung in voller Höhe. Wird zu wenig Lohn gezahlt, so schuldet der Ausbilder dem Azubi nicht die gerade noch, sondern die volle, angemessene Vergütung. Bricht der Auszubildende die Ausbildung ab, so steht ihm keine Abfindung zu.

Die Auszubildende macht eine Ausbildung als Kauffrau bei einem Dienstleister, der im Bereich der Metallindustrie für Betriebe zuständig und tätig ist. Der Dienstleister arbeitet lediglich mit der einen Auszubildenden zusammen. Bezüglich seiner Leistungsfähigkeit und seiner finanziellen Lage und seinen Möglichkeiten kann er nicht mit den Verhältnissen bei großen Dienstleistungsbüros mithalten. Im vorliegenden Fall ist kein Tarifvertrag für das Ausbildungsverhältnis einschlägig. Die Auszubildende bekommt vom Arbeitgeber/Ausbilder folgende Vergütung: Für das erste Lehrjahr erhält sie 500 Euro brutto pro Monat,danach für das zweite Jahr 550 Euro und für das dritte 600 Euro brutto pro Monat.

Die Industrie- und Handelskammer schlägt für derartige Ausbildungen eine Lohnstaffelung von 669 Euro, 731 Euro und 801 Euro brutto pro Monat vor.

Ein Jahr nach Ausbildungsbeginn kommt der Ausbilder mit der Lohnzahlung in Verzug. Lohn wird nicht mehr regelmäßig gezahlt. Die Auszubildende mahnt erfolglos ab und kündigt einige Monate später fristlos. Einen Monat später ist sie bei einem neuen Betrieb in einem Ausbildungsverhältnis.

Sie erhebt gegenüber ihrem ehemaligen Arbeitgeber Klage auf Zahlung der Differenz zwischen dem gezahlten Lohn und dem angemessenen Lohn ...

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