Unter Anklage: Der Fall Harry Wörz

Gräfenhausen bei Pforzheim, am Morgen des 29. April 1997: Harry Wörz wird beim Verlassen seiner Wohnung von einem großen Polizeiaufgebot erwartet und sofort festgenommen. Er soll die Polizistin Silke, mit der er noch verheiratet ist, aber nicht mehr zusammenlebt, in der Nacht zuvor aufgesucht und so fest mit einem Schal gewürgt haben, dass sie schwere Verletzungen davontrug. Wörz beteuert zwar in den Vernehmungen seine Unschuld, aber für die Polizei – darunter viele Kollegen Silkes – steht er als Täter praktisch fest. In einem kurzen Strafverfahren wird er wegen versuchten Totschlags zu elf Jahren Gefängnis verurteilt. Die Revision gegen das Urteil wird abgewiesen, er muss seine Strafe in Haft weiter verbüßen.

Das Erste hat diesen spannenden Kriminalfall verfilmt und zeigt diesen am Mittwoch, 29. Januar 2014 zur besten Sendezeit um 20:15 Uhr.

Fiktion und Wirklichkeit

Der Anwalt von Wörz, Hubert Gorka, geht davon aus, dass sein Mandant das Opfer eines „besonderen Einzelfalls“ geworden ist. Jedoch schränkt er ein, dass es zu befürchten steht, „dass Fehlurteile gar nicht so selten sind, wie dies gemeinhin angenommen wird“. Wer eine angeklagte Tat nicht begangen habe, sollte niemals darauf vertrauen, dass sich die Unschuld „im Verlauf des Verfahrens schon erweisen wird“.

Der lange Weg zum Freispruch des Harry Wörz

Am 16. Januar 1998 verurteilte das Landgericht Karlsruhe den Angeklagten wegen versuchten Totschlags zu elf Jahren Gefängnis. Dagegen ging Wörz in Revision, die der Bundesgerichtshof im August 1998 verwarf. Damit war das Urteil des Landgerichts Karlsruhe rechtskräftig ...

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