Satudarah-Prozess in Mönchengladbach: Von Wiedererkennungszeugen, IT-Dolmetschern und vom Fair-Trial-Grundsatz im Strafprozess

Landgericht Mönchengladbach, Frontansicht

Durchaus spannend verlief der gestrige 2. Verhandlungstag vor dem Landgericht Mönchengladbach im Prozess gegen 3 mutmaßliche Mitglieder des Motorradclubs Satudarah, denen u.a. Raub mit Waffen und Bedrohung mit einem Verbrechen zur Last gelegt wird. Im vergangenen Juni sollen die Angeklagten laut Anklage unter Waffenvorhalt in die Wohnung des Ziehsohnes eines damaligen Club-Bruders eingedrungen sein und nach diesem gesucht haben, weil dieser 1.500 Euro, die er für die Instandsetzung eines Motorrades erhalten hatte, für sich selbst verbraucht hatte. Nachdem sie den Mann in der Wohnung nicht vorgefunden hatten, sollen sie 2 Handys und ein Tablet mitgenommen und unter Hinterlassung einer Todesdrohung die Wohnung verlassen haben.

Zwei der Angeklagten, darunter mein Mandant, schweigen bislang im Hinblick auf den Hauptanklagevorwurf, der dritte hat Alibi-Beweisanträge gestellt. Zwei Zeugen haben gestern das Alibi des dritten Angeklagten bestätigt. Die beiden jungen Männer, die sich in der Wohnung aufgehalten haben und von drei ihnen unbekannten Männern bedroht worden sein wollen, haben gestern keinen der Angeklagten wiedererkannt, obwohl sie einen von ihnen im Rahmen einer etwas zweifelhaften Wahllichtbildvorlage unmittelbar nach der Tat, die noch näher aufgeklärt werden muss, sicher bzw. mit hoher Wahrscheinlichkeit identifiziert hatten. Die Zeugen haben auch andere belastende Aussagen, die sie bei der Polizei gemacht hatten, zumindest relativiert, was dem Staatsanwalt ersichtlich nicht sonderlich gefallen hat. Da gibt es jedenfalls noch Aufklärungsbedarf.

Am Nachmittag sollte dann ein Polizeizeuge gehört werden, der retrograde Verbindungsdaten der Handys der Angeklagten ermittelt hatte und Standortbestimmungen ihrer Mobilfunkgeräte und auch der bei der Tat entwendeten Handys veranlasst hatte ...

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