Offene Bauweise im unbeplanten Innenbereich

Ist ein un­be­plan­ter In­nen­be­reich in of­fe­ner Bau­wei­se be­baut, weil dort nur Ein­zel­häu­ser, Dop­pel­häu­ser und Haus­grup­pen im Sinne von § 22 Abs. 2 BauN­VO den maß­geb­li­chen Rah­men bil­den, so fügt sich ein grenz­stän­di­ges Vor­ha­ben im Sinne von § 34 Abs. 1 BauGB grund­sätz­lich nicht nach der Bau­wei­se ein, das unter Be­sei­ti­gung eines be­ste­hen­den Dop­pel­hau­ses grenz­stän­dig er­rich­tet wird, ohne mit dem ver­blei­ben­den Ge­bäu­de­teil ein Dop­pel­haus zu bil­den. Ein sol­ches Vor­ha­ben ver­stößt ge­gen­über dem Ei­gen­tü­mer der bis­her be­ste­hen­den Dop­pel­haus­hälf­te grund­sätz­lich gegen das dritt­schüt­zen­de Gebot der Rück­sicht­nah­me.

Das Bauvorhaben ist hinsichtlich seiner Bauweise planungsrechtlich an § 34 Abs. 1 BauGB zu messen, da es insoweit an bauplanerischen Festsetzungen fehlt und das Vorhaben innerhalb eines im Zusammenhang bebauten Ortsteiles liegt. Maßstabsbildend im Sinne dieser Vorschrift ist die Umgebung, insoweit sich die Ausführung eines Vorhabens auf sie auswirken kann und insoweit, als die Umgebung ihrerseits den bodenrechtlichen Charakter des Baugrundstücks prägt oder doch beeinflusst.

Dabei können die Vorschriften der Baunutzungsverordnung im unbeplanten Innenbereich als Auslegungshilfe herangezogen werden. Sie enthalten definitorische Grundsätze, was etwa die Begriffe der offenen oder geschlossenen Bauweise meinen.

Im Sinne des § 22 Abs. 2 Satz 1 BauN­VO ist ein Dop­pel­haus eine bau­li­che An­la­ge, die da­durch ent­steht, dass zwei Ge­bäu­de auf be­nach­bar­ten Grund­stü­cken durch An­ein­an­der­bau­en an der ge­mein­sa­men Grund­stücks­gren­ze zu einer Ein­heit zu­sam­men­ge­fügt wer­den. Kein Dop­pel­haus bil­den da­ge­gen zwei Ge­bäu­de, die sich zwar an der ge­mein­sa­men Grund­stücks­gren­ze noch be­rüh­ren, aber als zwei selb­stän­di­ge Bau­kör­per er­schei­nen ...

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