LAG Berlin-Brandenburg: Zur Abgrenzung zwischen Praktikums- und Arbeitsverhältnis

Rechtsanwalt Bodem, Fachanwalt Arbeitsrecht Berlin

1. Ein Praktikant in aller Regel vorübergehend in einem Betrieb praktisch tätig, um sich die zur Vorbereitung auf einen – meist akademischen – Beruf die notwendigen praktischen Kenntnisse und Erfahrungen anzueignen. In einem solchen Rechtsverhältnis findet allerdings keine systematische Berufsausbildung statt. Vielmehr wird eine darauf beruhende Tätigkeit häufig Teil einer Gesamtausbildung sein und beispielsweise für die Zulassung zum Studium oder Beruf benötigt. Insofern steht in einem Praktikumsverhältnis ein Ausbildungszweck im Vordergrund. Die Vergütung ist der Höhe nach deshalb auch eher eine Aufwandsentschädigung oder Beihilfe zum Lebensunterhalt.

2. Vereinbaren die Parteien einen „Arbeitsvertrag“ mit einer 400 € Vergütung monatlich und sollen tänzerische Kenntnisse, die fehlen, erworben werden und leistet die Betroffene unter anderem auch Reinigungs- und Putzarbeiten, Telefon- und Computerdienst, ist in der Verwaltung tätig und bedient an der Bar, so kann gleichwohl ein bloßer „Praktikumsvertrag“ vereinbart worden sein. (vgl. BAG 13.03.2003 – 6 AZR 564/01)

3. Entscheidend ist die tatsächliche Durchführung des Vertrages. Ergibt die Beweisaufnahme, dass die Klägerin während der Arbeits-/Praktikumszeit u.a ...

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