Haarverlust nach fehlerhafter Haarbehandlung kann hohes Schmerzensgeld rechtfertigen.

Mit Urteil vom 22. 7. 2013 – 12 U 71/13 – hat das Oberlandesgericht (OLG) Koblenz einer 17-Jährigen Schülerin für die dauernde Schädigung der Kopfhaut, bei wahrscheinlich irreversiblem Haarverlust, aufgrund einer fehlerhaften Haarbehandlung ein Schmerzensgeld in Höhe von 18.000 Euro zuerkannt (§ 253 Abs. 2 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB )).

In dem dieser Entscheidung zugrunde liegenden Fall hatte die Klägerin sich ihre dunklen Haare im Friseursalon der Beklagten blond färben lassen. Obwohl sie äußerte, dass ihre Kopfhaut jucke und brenne, war dabei die Behandlung fortgesetzt worden. Während der folgenden Tage schwoll das Gesicht der Klägerin an. Alsdann starb in mehreren Bereichen der Kopfhaut Gewebe ab mit der Folge des Verlustes sämtlicher dort vorhandener Haare. Im Universitätsklinikum wurde eine toxische Kontaktdermatitis diagnostiziert.

Abgestellt bei der Bemessung des Schmerzensgeldes hat das OLG Koblenz auf Art und Ausmaß der Schädigung der Kopfhaut der Klägerin, die Dauer der Schmerzen, die die Klägerin erleiden musste, die Dauer der Krankenhausaufenthalte, den nach dem Gutachten der Ärzte sehr wahrscheinlich irreversiblen Haarverlust in den betroffenen Bereichen sowie die erhebliche seelische Belastung der Klägerin („Anpassungsstörung“) durch die Entstellung und die damit einhergehende Beeinträchtigung ihrer persönlichen Integrität als Folge des Schadensereignisses ...

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