Die Auskunft über Nebenwirkungen eines Medikaments

Anders als beim späteren Schadensersatzanspruch genügt es für einen Auskunftsanspruch über die in einem Pharmakonzern bekanntgewordenen Fälle und Verdachtsfälle von Neben- und Wechselwirkungen eines Medikaments aus, dass die Verursachung eines Schadens durch die Einnahme des Medikaments plausibel erscheint.

Mit dieser Begründung hat das Oberlandesgericht Oldenburg in dem hier vorliegenden Fall ein Pharmaunternehmen aus Ulm zur Auskunft über Nebenwirkungen und bekannt gewordene Verdachtsfälle von Nebenwirkungen eines Medikaments mit dem Wirkstoff “Allopurinol” verurteilt. Das Medikament wird sehr häufig bei Gichterkrankungen insbesondere zur Reduzierung der Harnsäure im Blut verordnet. Das Pharmaunternehmen weist in der verwendeten Packungsbeilage u.a. darauf hin, dass als Überempfindlichkeitsreaktion Abschälungen der Haut auftreten können sowie Hautveränderungen beobachtet wurden, die einer Verbrühung der Haut ähneln (Lyell-Syndrom = toxisch epidermale Nekrolyse (TEN) als Maximalkomplikation des Stevens-Johnson-Syndroms).

Der Kläger hat behauptet, er habe das Medikament von seinem Hausarzt verschrieben bekommen, nachdem bei einer Blutuntersuchung ein erhöhter Harnsäurewert festgestellt worden sei. Am elften Tag der Einnahme habe er sich plötzlich schwach gefühlt und es hätten sich grippeartige Symptome gezeigt. Nachdem er das Mittel abgesetzt habe, habe sich sein Gesundheitszustand nicht verbessert, sondern verschlimmert ...

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