Veröffentlichung von Kinderfotos von einer Sportveranstaltung

Die Entscheidung des Gerichts

Der BGH stellte in seinem Urteil vom 28.05.2013 – Az. VI ZR 125/12 klar, dass es sich bei Sportveranstaltungen, von auch nur regionaler Bedeutung, um Bildnisse aus dem Bereich der Zeitgeschichte handle. Das Gesetz fordert für deren Verbreitung ausnahmsweise keine Einwilligung des Abgebildeten, sofern nicht berechtigte Interessen des Abgebildeten verletzt würden.

Das Gericht wägte sodann die gegenüberstehenden Rechtpositionen, d.h. einerseits die Belange der Medien und andererseits das Persönlichkeitsrecht der Abgebildeten gegeneinander ab. Maßgeblich sei, ob die Medien nicht nur die Neugier der Leser oder Zuschauer nach privaten Angelegenheiten befriedigten, sondern eine Angelegenheit von öffentlichem Interesse sachbezogen erörterten.

Das Gericht prüfte, ob es der Zulässigkeit der Berichterstattung entgegenstünde, dass die beklagte Zeitschrift auch solche, nicht das Sportereignis betreffende Informationen („Ihr Neuer ist für Tochter Alexandra schon wie ein Papa“) abgedruckt hatte. Das Gericht kam aber zu dem Ergebnis, dass sowohl der Begleittext als auch die veröffentlichten Fotos einen noch ausreichenden Bezug zum Sportereignis selbst hätten.

Der Zulässigkeit der Berichterstattung stand auch nicht entgegen, dass die abgebildete Tochter erst 11 Jahre alt war. Kinder seien besonders schutzbedürftig, unabhängig davon, ob ihre Eltern prominent seien oder nicht. Von dem Interesse der Medien und ihrer Nutzer an Abbildungen von Kindern gingen auch besondere Gefahren aus, welche die Persönlichkeitsentfaltung eines Kindes empfindlicher stören könne als diejenige von Erwachsenen ...

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