Prokon Insolvenz

Der Konzern Prokon aus Itzehoe weist die Anleger auf eine drohende Insolvenz hin. Mit den von den Anlegern eingesammelten Geldern investiert Prokon vor allem in Windräder in Holzprodukte und Biokraftstoffe.

Der Geschäftsführer Carsten Rodbertus hat seinen Anlegern angekündigt, Insolvenzantrag zu stellen, wenn – offenbar zahlreich – erfolgte Kündigungen der Einlagen (Genussrechte) nicht zurückgezogen werden oder weitere Kündigungen erfolgen (Download bei www.prokon.net).

Es ist natürlich grundsätzlich richtig – wie der Geschäftsführer Rodbertus darstellt – dass im Falle eines Insolvenzverfahrens erhebliche Werte vernichtet werden; allein der Insolvenzverwalter würde sich angesichts der hohen Insolvenzmasse über ein solches Verfahren “freuen”. Ich weiß aus Insiderkreisen, dass Verwalter auf solche Verfahren und “das große Los” lauern. Weiterhin kann man nicht davon ausgehen, dass Verwalter Unternehmen betriebswirtschaftlich optimal führen. Das führt zu Kosten/Nachteilen, die nicht nur einen herben Verlust für die Unternehmer und die Mitarbeiter bedeutet, sondern auch für die Anleger und Gläubiger einen richtig hohen Ausfall – meist den Totalausfall (durchschnittliche Quoten ca. 0-8%) – bedeutet. Der Inhaber der Genuss­rechte ist bei einer Insolvenz der Gesellschaft hinsichtlich der Einlagenrück­zahlung nur nachrangiger Gläubiger – also erst nach der voll­ständigen Befriedigung aller anderen Gläubiger der Gesell­schaft.

Dennoch ist zu hinterfragen, wie ein mit erheblichen Geldmitteln Dritter arbeitendes Unternehmen wie Prokon dazu beigetragen hat, dass hier ein Vertrauensverlust auf Seiten der Anleger eingetreten ist. Prokon wurde in der Vergangenheit u. a. von Verbraucherschützern kritisch beäugt; Stiftung Warentest hat bereits in der Ausgabe im September 2013 vor Genussrechten, wie Prokon sie verkauft, gewarnt und auf die gegen Prokon ergangenen Urteile zur irreführenden Prospektwerbung hingewiesen (www.test.de) ...

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