Der Fif­ty-fif­ty-Jo­ker – Müssen stromintensive Unternehmen wegen der EEG-Umlagebefreiung Rückstellungen bilden?

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Die EU-Kommission prüft, ob die Befreiung stromintensiver Unternehmen von der EEG-Umlage als unzulässige Beihilfen zu werten und die erlangten wirtschaftlichen Vorteile herauszugeben sind (wir berichteten). Dies konfrontiert die potenziell betroffenen Unternehmen mit der Frage, ob sie jetzt für ungewisse Verbindlichkeiten Rückstellungen bilden müssen.

Vielen Unternehmen steht nur wenig Zeit zur Verfügung, um diese Frage zu beantworten, insbesondere wenn der Jahresabschluss aufgrund von Konzernvorgaben innerhalb kürzester Zeit aufgestellt und geprüft werden muss. Die Unternehmen müssen daher schnell eine belastbare Einschätzung des bestehenden Risikos erarbeiten, um sich auf einer soliden Grundlage für oder gegen die Bildung einer Rückstellung entscheiden zu können.

Basis für die Entscheidung sind selbstverständlich die einschlägigen Bilanzierungsvorschriften. Im IFRS-Regelwerk finden sich diese im IAS (International Accounting Standard) 37, im Handelsrecht in § 249 Abs. 1 HGB. In der Praxis wird die Entscheidung aber nicht nur von rechtlichen Gründen, sondern von vielfältigen Interessen beeinflusst – etwa das Interesse des (mittelbaren) Gesellschafters an der möglichst vollständigen Ausschüttung des operativen Ergebnisses, das Interesse der Geschäftsführer, Aufsichtsräte und des testierenden Abschlussprüfers an einem ordnungsgemäßen Abschluss sowie das generelle Interesse der Unternehmen, ihre Vermögenslage gegenüber Banken und anderen Marktteilnehmern möglichst positiv darzustellen.

Für einzelne Unternehmen, deren Energiekosten einen erheblichen Teil der Produktionskosten ausmachen, geht es sogar darum, eine bilanzielle Überschuldung zu vermeiden. Zwar betrifft die mögliche Herausgabe der erlangten Vorteile „nur“ die Wirtschaftsjahre 2012 und 2013 ...

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