Prokon und die Insolvenzdrohung

Seit Prokon Unternehmensgruppe Anfang Januar 2014 von einem drohenden Insolvenzverfahren gesprochen hat, wenn die Genussrechtsinhaber nicht auf Kündigungen verzichten und ihre Zinsen im Unternehmen belassen, brodeln die Spekulationen über die Gesellschaft und dessen Zustand. Verbraucherschützer und Stiftung Warentest warnen schon geraume Zeit vor einem Investment in das Unternehmen. Dies wird vor allem mit der mangelnden Transparenz der Buchführung insbesondere der Herkunft der ausgeschütteten Zinsen begründet. Es wird vermutet, dass diese lediglich durch die Ausgabe neuer Genussrechte finanziert werden können und kein annähernd ausreichender operativer Gewinn generiert wird.

Laut eigenen Angaben auf der Homepage vom 13.01.2014 12:45 sind in Prokon 1.399.377.953 € investiert. Dies verteilt sich auf 75.180 Genussrechtsinhaber.

Die Grundidee eine Investition zu bieten, die ohne Fremdfinanzierung und deren Kosten auskommt, ist prinzipiell nicht verkehrt. So stellt auch das Handelsblatt in einem Interview in seiner Online-Ausgabe vom 13.01.2014 („Geld nachlegen wäre verrückt“ von Jörg Hackhausen) fest, dass es grundsätzlich keine schlechte Idee war, jedoch langfristige Investitionen mit kurzfristiger Finanzierung verbunden wurden, die nicht auf Dauer gesichert sind. Dies würde auf einen eindeutigen Managementfehler zurückgehen.

Wo liegen jetzt die eigentlichen Probleme für den Anleger?

Ganz grundsätzlich fängt es mit dem rechtlichen Charakter der Beteiligung an. Genussrechte sind gesetzlich kaum geregelt und es bestehen nur wenig Vorgaben für deren Ausgestaltung. Sie unterliegen weder den Publizitätspflichten noch den Sicherungsmechanismen gesetzlich definierter und an geregelten Märkten (z.B. DAX, MDAX, SDAX) gehandelter Wertpapiere ...

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