Unwissenheit schützt Geschäftsführer nicht vor Strafe

Eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung vermittelt durch die auf das Gesellschaftsvermögen begrenzte Haftungssumme eine trügerische Sicherheit, insbesondere für den Geschäftsführer der GmbH. Doch für diesen gilt die „beschränkte Haftung“ gerade nicht. Wenn er seine Pflichten verletzt, kann ihm sogar Gefängnis drohen.

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht

Der Geschäftsführer einer GmbH ist der gesetzliche Vertreter des Unternehmens. Deshalb ist es seine Pflicht, auf die Einhaltung sämtlicher gesetzlicher Regelungen zu achten und präventiv tätig zu werden – denn seine Unwissenheit schützt ihn nicht vor Strafe. Ordnungsrechtlich sind Geschäftsführer über die §§ 9, 30 und 130 Ordnungswidrigkeitengesetz (OWiG) gefordert, dafür Sorge zu tragen, dass aus dem Unternehmen heraus keine Gesetzesverstöße erfolgen.

Dies gilt in gleichem Maße natürlich auch für den Geschäftsführer einer haftungsbeschränkten Unternehmergesellschaft gem. § 5a GmbHG (UG – haftungsbeschränkt).

Im Klartext: Der Geschäftsführer haftet nicht nur für eigene Rechtsverstöße, sondern bei allen Rechtsverletzungen im Unternehmen, sofern keine (ausreichenden) Kontrollsysteme zu deren Vermeidung installiert sind.

Im Wesentlichen treffen den Geschäftsführer dabei folgende Obliegenheiten:

Organisationspflicht Der GmbH-Geschäftsführer kann sich nicht auf unübersichtliche Organisationsstrukturen berufen, denn ihn trifft das sog. Organisationsverschulden: Wer zu einer Handlung verpflichtet ist und nicht selbst handelt, sondern seiner Verpflichtung durch den Einsatz von Hilfspersonal nachkommt, der muss für deren Einsatz, Anleitung und Kontrolle sorgen. Er muss jederzeit (auch bei Abwesenheit) umfassende Kenntnis der wesentlichen Risiken im Unternehmen haben und diese antizipiert (z.B. durch Verantwortungsdelegation) regeln ...Zum vollständigen Artikel

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