ArbG Berlin: Abgelehnte konfessionslose Bewerberin erhält Schadensersatz von einem Werk der EKD

Rechtsanwalt Bodem, Fachanwalt Arbeitsrecht Berlin

Wird eine Bewerberin auf eine Stelle, für die die Mitgliedschaft in der Kirche keine wesentlichen, rechtmäßigen und gerechtfertigte berufliche Anforderung darstellt, von einem kirchlichen Arbeitgeber gar nicht berücksichtigt, weil sie wegen ihrer fehlenden konfessionellen Bindung nicht geeignet sei, dann stellt dies im Sinne des AGG eine Benachteiligung aus Gründe der Religion dar.

Das Arbeitsgericht sah in der mangelnden Berücksichtigung der Bewerberin eine Benachteiligung wegen ihrer Religion und hat den Beklagten zur Zahlung einer Entschädigung in Höhe eines Bruttomonatsgehalts verurteilt. Der Beklagte dürfe eine Einstellung von einer Kirchenmitgliedschaft nur abhängig machen, wenn es sich um eine „wesentliche, rechtmäßige und gerechtfertigte berufliche Anforderung“ handele. Dies könne in Bezug auf die hier fragliche Referententätigkeit nicht festgestellt werden. Das Thema „Antirassismus“ sei zwar auch nach „religiösen und diakonischen Wertvorstellungen“ von Bedeutung; eine Religionszugehörigkeit sei für die ausgeschriebene Tätigkeit jedoch nicht erforderlich. Der Beklagte könne sich in Bezug auf die Besetzung der Stelle nicht auf das nach Art ...

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