Gameforge-Urteil: Einspruch und weitere Analyse

Bereits am Freitag hatte ich über das Gameforge-Urteil berichtet und mich dabei vor allem mit der Frage befasst, wie der BGH begründet hat, dass sich die Werbung an Kinder richtet und dass es sich um einen Kaufappell handelt. Wie versprochen - die guten Vorsätze halten immerhin ein paar Tage - folgen heute noch einige Gedanken zu der Frage, ob es sich um eine (unzulässige) "unmittelbare" oder eine (zulässige) "mittelbare" Kaufaufforderung handelt. Die Vorinstanzen waren der Meinung, die angegriffene Werbung bewerbe Ausrüstungsgegenstände für "Runes of Magic" nur mittelbar, weil weder das konkrete Produkt, noch dessen Eigenschaften oder gar der Preis angegeben waren - die entsprechenden Informationen erhielt man erst durch einen Klick auf einen Link (noch so ein Anglizismus...). Tatsächlich scheinen Äußerungen in der Rechtsliteratur die Auffassung der Vorinstanzen zu stützen, denn in der EG-Richtlinie, die durch die fragliche Vorschrift des UWG umgesetzt wird, ist von einer "Aufforderung zum Kauf" die Rede. Und dazu müsste zumindest das beworbene Produkt, wohl auch dessen Preis angegeben sein. Allerdings meint der BGH, dass der angegriffene Werbetext nicht isoliert von dem verlinkten Shop betrachtet werden könne, er fasst also beides als eine Werbung zusammen - und schwupp sind die Produktmerkmale und der Preis da. Der BGH schreibt wörtlich: "Die Revision rügt aber mit Recht, dass das Berufungsgericht eine Aufteilung der Werbung in einen mit dem Link versehenen nur allgemein gehaltenen Kaufappell und eine davon getrennte konkrete Produktwerbung ohne Kaufappell vorgenommen und damit ein einheitliches Werbegeschehen entgegen den Gewohnheiten der angesprochenen Verkehrskreise künstlich aufgespalten hat". Nun ist es sicher richtig, dass der Klick auf einen Link keine besondere Hürde darstellt ...Zum vollständigen Artikel

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