Einkünftequalifzierung: Krankengymnast mit nebeneinander ausgeübter freiberuflicher und gewerblicher Tätigkeit

Ein Krankengymnast kann nebeneinander eine gewerbliche (als Praxisinhaber) und eine freiberufliche Tätigkeit (als selbst Behandelnder) ausüben. Die Tätigkeiten sind steuerlich getrennt zu behandeln, wenn eine Trennung z.B. nach den einzelnen behandelten Patienten ohne besondere Schwierigkeiten möglich ist oder der Umfang der Tätigkeit anhand bekannter Daten geschätzt werden kann (FG Hamburg 10.9.13, 3 K 80/13, NZB BFH VIII B 126/13). Die Klägerin ist gelernte Krankengymnastin. Seit dem Jahr 2001 führt sie ihre eigene Praxis für Krankengymnastik mit vier bis fünf festangestellten Mitarbeitern, die jeweils 20 bis 30 Wochenstunden tätig waren. Im Jahr 2007 kam es in der Praxis zu einer erheblichen Auftragszunahme. Diese war von der Klägerin mit ihren angestellten Mitarbeitern alleine nicht zu bewältigen, so dass die Klägerin in den Streitjahren zusätzlich jeweils 3 bis 4 Honorarkräfte beschäftigte. Das FA behandelte die Einkünfte der Klägerin als gewerblich: Nach dem Umfang der Fremdleistungen liege keine eigenverantwortliche Tätigkeit mehr vor, da weit über die Hälfte der Leistungen nicht unmittelbar von der Klägerin erbracht würden. Es könne nicht mehr davon gesprochen werden, dass sämtliche Leistungen den vom BFH geforderten „Stempel der Persönlichkeit“ der Klägerin trügen. Die hiergegen erhobene Klage ist nur teilweise erfolgreich ...Zum vollständigen Artikel

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