Rezension Zivilrecht: EU-Vertragsrecht

Riesenhuber, EU-Vertragsrecht, 1. Auflage, Mohr Siebeck 2013 Von stud. iur. Andreas Seidel, Leuven (Belgien) Das Lehrbuch „EU-Vertragsrecht“ entstand aus der Habilitationsschrift und dem daraus entwickelten Buch von Prof. Dr. Karl Riesenhuber und basiert darüber hinaus auch auf seinen Vorlesungen zum selben Thema. Unschwer zu bemerken ist somit die maßgebliche Rechtsquelle die Rom I-VO. Doch daneben stellt der Autor viele der Richtlinien vor, die das europäische Vertragsrecht konkretisieren sollen. Die Nähe zur Vorlesung sieht man diesem Lehrbuch auch an: Es ist sowohl klar strukturiert und führt den Leser ohne große Umschweife zum Ziel, dem Verständnis des EU-Vertragsrechts. Jedoch schneidet sich Riesenhuber so auch Themen ab oder verkürzt Streitstände recht stark; so etwa der Streit, ob Verbraucherschutzvorschriften Eingriffsnormen i. S. d. Art. 9 Rom I-VO sind (§4 Rn. 44). Jedoch muss festgestellt werden, dass an entscheidenden Stellen nicht mit Fußnoten gespart wurde und somit der Zugang zu einem umfassenderen Bild auf das Rechtsgebiet offen steht. Positiv bemerkenswert ist vor allem der Beginn dieses Lehrbuches. So werden zuerst die Grundlagen des EU-Vertragsrechts und sogar des EU-Rechts rudimentär aufgefrischt und somit eine gemeinsame Basis für das Verständnis gelegt. In diesem Sinne führt Riesenhuber erst in die Begrifflichkeiten ein. Er beginnt ab ovo bei der Bestimmung von „Vertragsrecht“ und „europäisch“ (§1 Rn. 1 ff.) und bahnt sich fortan den Weg über das EU-Vertragswerk (§1 Rn. 4 ff.), das Primär- und Sekundärrecht (§1 Rn. 11 ff.) und schlussendlich zu der Entwicklung des europäischen Vertragsrechts (§1 Rn. 24 ff.). Diese (für ein Lehrbuch zum EU-Vertragsrecht) umfassende Darstellung des EU-Rechts ist jedoch wichtig, um das Konzept des Autors zu begreifen ...Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK