Kletterunfall – Zur Haftung des Sicherungspartners bei Regelverletzung.

Stürzt ein im sog. "Tope-Rope"-Verfahren gesicherter Kletterer ab, weil sein Sicherungspartner die Seilbremse gelöst hat, ohne zuvor das Kommando "Stand" erhalten zu haben, schuldet der Sicherungspartner aufgrund seines regelwidrigen Verhaltens umfassenden Schadensersatz. Auf eine Haftungsbeschränkung oder einen Haftungsausschluss kann er sich nicht berufen.

Das hat der 9. Zivilsenat des Oberlandesgerichts (OLG) Hamm mit Beschlüssen vom 20.09.2013 und 05.11.2013 – 9 U 124/13 – entschieden.

In dem dieser Entscheidung zugrunde liegenden Fall war der vom Beklagten mit einem Sicherungsseil im sog. "Top-Rope"-Verfahren gesicherte Kläger in einem Klettergarten beim Erklettern einer Wand verunfallt. Bei dem sog. "Top-Rope"-Verfahren ist das Klettergeschirr am Sicherungsseil angebracht, das Seil verläuft vom Kletterer über einen oben an der Wand befestigten Umlenker zu dem unten stehenden Sicherungspartner. Als der Kläger bis zum Umlenker geklettert war, löste der Beklagte die Seilbremse, ohne dass der Kläger zuvor das in der Kletterpraxis übliche Kommando "Stand" gerufen hatte. Der ungesicherte Kläger stürzte aus ca. 15 Metern Höhe zu Boden und verletzte sich schwer. Er erlitt Frakturen an Rippen und Wirbelsäule und Quetschungen innerer Organe.

Vom Beklagten hat er die Feststellung seiner umfassenden Schadensersatzpflicht verlangt.

Der 9. Zivilsenat des OLG Hamm hat dem Klagebegehren stattgegeben ...

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