Keine Treuewidrigkeit bei Spekulation auf eb*y-Auktionsabbruch und Ersatzansprüche

In dem vom AG Offenbach (38 C 329/13) am 17.12.13 entschiedenen Fall betätigte sich nach Auffassung des Gerichts der Kläger offenbar neben seiner eigentlichen beruflichen Tätigkeit als „Schnäppchenjäger“ bei ebay. Zu dem Zeitpunkt als der Kläger Höchstbietender war, beendete der Beklagte die Auktion. Der Kläger stellte sich auf den Standpunkt, es sei ein Vertrag zwischen den Parteien zustande gekommen und verlangte die Lieferung, die nicht erfolgte. Alsdann nahm er den Beklagten auf Schadensersatz in Anspruch. Das Gericht kam zum Ergebnis, die Voraussetzungen für den Abbruch einer Auktion hätten nicht vorgelegen. Anhaltspunkte für die Unwirksamkeit der Bedingungen seien nicht ersichtlich. Ein Bedürfnis dafür, die Bedingungen über ihren Wortlaut hinaus großzügig auszulegen, bestünde nicht und Gabe der Klage großteils statt.

Das Gericht befasste sich darüber hinaus aber auch mit der Frage, ob die Spekulation auf Auktionsabbrüche und hieraus ggf. resultierende Ersatzansprüche treuwidrig sei, verneinte dies und führte hierzu in den Entscheidungsgründen u.a. folgendes aus:

Der Beklagte hat ferner geltend gemacht, der Kläger handele treuwidrig und hat sich dazu auf ein Urteil des Amtsgerichts Alzey berufen (Urt. v. 26.06.2013, 28 C 165/12, im Internet frei erhältlich). Dort hat das AG Alzey eine Klage eines Käufers abgewiesen, der offenbar eine Fülle von niedrigen Angeboten abgegeben hatte, um Gegenstände bei Auktionsabbruch für einen günstigen Preis zu erhalten ...

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