Durchsetzung von Versicherungsleistungen für Schwerverletzte nach unverschuldetem Verkehrsunfall

I. Ein typischer Fall

1. Das Leben nach dem Unfall Am Anfang steht der Unfall. Er beendet schlagartig das bisherige Leben und setzt einen umfassenden Neuanfang in einem negativen Sinne, den sich ein Nicht-Betroffener kaum vorstellen kann. Nach dem Überlebenskampf im Krankenhaus auf der Intensivstation, zwischendurch auf der Isolierstation wegen eines MRSA-Infekts und der Zeit auf der normalen Station beginnt der mühsame Weg, die Muskeln und die Beweglichkeit wieder aufzubauen. Monatelang werden Reha-Maßnahmen durchgeführt, erst stationär und dann ambulant, bis die Ärzte irgendwann sagen: „Sie sind austherapiert. Wir können nichts mehr für Sie tun. Mit den jetzt bestehenden körperlichen Beeinträchtigungen müssen Sie leben lernen.“ 2. Das übliche Verhalten der Haftpflichtversicherung Dann beginnt der Kampf mit der Versicherung. Ein Verwandter oder der Partner hat bereits einen Rechtsanwalt beauftragt, der sich um die finanziellen Dinge kümmern soll. Vorschüsse werden zunächst problemlos bezahlt. Da eine behindertengerechte Wohnung und ein behindertengerechtes Fahrzeug notwendig werden, zahlt die Versicherung auch hierfür „Vorschüsse zur selbstständigen Verrechnung“. Jedoch kommen keine regelmäßigen Zahlungen und nicht nur der Job ist wegen des Unfalls weg, sondern die gesamte Arbeitsfähigkeit. Einen Grad der Behinderung von 60% bedeutet schließlich schon was. Später werden die Zahlungen immer zögerlicher und dann ganz eingestellt. Die Korrespondenz zwischen dem Rechtsanwalt und der Versicherung nimmt einen unüberschaubaren Umfang an. Dann einigt man sich auf eine regelmäßige Zahlung von 1.500,00 Euro. Damit sind die laufenden Kosten gerade mal abgedeckt. Aber trotz der Einigung kommen mit ständiger Verspätung nur Teilbeträge an. Die Versicherung verrechnet die Hälfte der Beträge mit den zuvor gezahlten Vorschüssen. Dies ist ein finanzielles Desaster für das Unfallopfer ...

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