Frau aus Türkei muss mit zwei Geburtsdaten leben

Arbeitnehmer aus der Türkei, die für ihre Ausweispapiere ihr Geburtsdatum nachträglich ändern lassen, müssen mit zwei Geburtsdaten leben. Denn die Rentenversicherung muss diese Änderung nicht übernehmen, wie das Sozialgericht (SG) Gießen in einem aktuell veröffentlichten Urteil vom 27.11.2013 betont (AZ: S 4 R 286/10).

Es wies damit eine Frau türkischer Herkunft ab, die seit 2006 die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Bei der Ausstellung ihres Sozialversicherungsausweises im April 2000 hatte sie ihren türkischen Pass mit dem Geburtsjahr 1981 vorgelegt. Ein türkisches Gericht korrigierte das Geburtsjahr später auf 1978.

Hintergrund sind die früheren Verhältnisse in der Türkei. In ländlichen Regionen waren dort bis in die 80er Jahre tagelange Fußmärsche erforderlich, um die nächste Meldebehörde zu erreichen. Daher wurden Kinder oft erst verspätet und – um türkische Strafen zu vermeiden – mit späterem Geburtsdatum gemeldet ...

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