Interessenvertretung ist Arbeit

Ist es ein „Ehrenamt“, sich für die Interessen des Berufsstandes einsetzen zu dürfen? Ja, sagen Österreichs Rechtsanwälte. Die Frage müsste allerdings lauten: Kann sich ein professioneller Berufsstand das Prinzip des „warmen Händedrucks“ auch in Zukunft leisten? Ich glaube, dass endlich eine offene Diskussion über dieses Thema geführt werden sollte. In den letzten Jahren wurden mehrere Versuche erstickt, darüber zu reden. Auf Dauer wird man dem Stand nichts Gutes tun, sich weiter an der Sache vorbei zu schwindeln. Dagegen: Alte Meister Die Gegenargumente wirken wie Riesengemälde niederländischer Meister, die in bedeutungsschwangeren Museen herumhängen: düster und freudlos. • Repräsentanz: Es muss eine Ehre sein, den Stand zu vertreten. Nimmt man die Zahl jener Termine ernst, die an führende Repräsentanten der Rechtsanwälte heranschwappen, dann reden wir von Bewegung rund um die Uhr. Selbst wenn jene Anlässe abgezogen werden, bei denen es „nur“ darum geht, gute Figur für den Stand zu machen, bleibt eine ganze Menge von Terminen, die wahrzunehmen sind, um die Position der Anwälte politisch zu vertreten – von meinungsformenden Gesprächen mit Politikern bis zur sehr konkreter Mitsprache bei Grundfragen des Justizlebens im Ministerium. Ehrenamt? Im Gegenteil! Konzentrierteste Arbeit. • „Bezahlung lockt die Falschen“ Eine nicht gerade kleine Fraktion der Bezahlungsgegner hält ein Argument hoch, dessen Brüchigkeit mit freiem Auge erkennbar ist. Sobald die Tätigkeit für die Berufsvertretung bezahlt werde, drängten sich die Falschen an den Geld-Topf. Einfache Antwort darauf: Wenn eine Anwältin oder ein Anwalt derart „schlecht im Geschäft“ ist, dass sie oder er danach trachtet, von der Aufwandsentschädigung zu leben, hat sie oder er andere Sorgen. Dem Auftritt dieser Person dürfte so ziemlich alles fehlen, was für das repräsentative Amt gebraucht wird ...Zum vollständigen Artikel

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