Der Streit ums Kölsch

Die kölsche Lösung im Gaffel-Streit war das Ausscheiden der beiden Hauptgesellschafter aus der Geschäftsführung, um einen die Belange der Gesellschaft am wenigsten beeinträchtigenden Weg zur Lösung des Dauerstreits der Brüder Heinrich und Johannes Becker zu finden.

So hat das Oberlandesgericht Köln in dem hier vorliegenden Streit zwischen den beiden Becker-Brüdern und Hauptgesellschafter der Privatbrauerei Gaffel Becker & Co. oHG entschieden. Herrn Heinrich Becker ist die Geschäftsführungsbefugnis der Privatbrauerei entzogen worden und zugleich hat das Oberlandesgericht einen bereits im Jahre 2007 gefassten Mehrheitsbeschluss der Gesellschafter über die Entziehung der Geschäftsführungsbefugnis von Herrn Johannes Becker bestätigt. Die Brüder sind seit Jahren zerstritten; Heinrich Becker hält die Mehrheit der Gesellschaftsanteile und hat zwischenzeitlich seinem Sohn Heinrich Philipp einen Minderheitsanteil überlassen. Mit Klage und Widerklage beantragten die Parteien in erster Linie, die jeweils andere Seite aus der Gesellschaft auszuschließen. Weiterer Gegenstand des Rechtsstreits war ein Antrag des Klägers Johannes Becker auf Auflösung der Gesellschaft.

Nach Auffassung des Oberlandesgerichts Köln liege ein die Auflösung rechtfertigender wichtiger Grund vor, wenn ein sinnvolles Zusammenwirken der Gesellschafter nicht zu erwarten und die Fortsetzung der Gesellschaft deshalb unzumutbar sei. Ein solcher Grund könne zwar auch in einem tiefgreifenden, unheilbaren Zerwürfnis zwischen den Gesellschaftern liegen. Allerdings lasse sich nicht feststellen, dass der anhaltende Streit zwischen den beiden Brüdern dem Geschäftsbetrieb der Gaffel gravierend geschadet habe. Die Auseinandersetzungen zwischen den Parteien und die Vielzahl von Veröffentlichungen, insbes ...

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