“Iss’ uns(er) Wurscht – dann is’ Dir der Mindestlohn nicht wurscht….”

So oder so ähnlich könnte man flachsen. “Pro Mindestlohn” in der Fleischwirtschaft. Um den aktuell die Messer gewetzt werden.

Vor zwei Tagen stand ich vor einer solchen Schweinehälfte. Mitten in der Murnauer Marktmeile. Während des Christkindlmarktes am Wochenende. Die hing da und durfte geschätzt werden. Gewichtsmässig. Als lustige Verlosungsaktion für eine guten Zweck. Gewicht sollte manches im Lebensmittelbereich haben. Qualität. Und deren Wertschätzung wären manches wert. Aber auch mehr Lohn und gar Mindestlohn? Da scheiden sich die Geister dann schnell wieder.

Doch der Gedanke hat einen gewissen (An-)Reiz auch mit Blick auf (wieder) mehr Qualitätsdenken und -bewusstsein:

Arbeit hat Qualität (zu bringen) und die hat daher auch ihren Preis. Was bei der Arbeit nicht nur (in Münzen) rum- sondern beim Fleischwolf und sonst aus der Metzgerei rauskommt auch. Wer mehr, weil endlich angemessenen und daher auch Mindestlohn zahlen muss, wird es auf den Preis beim Kunden umlegen müssen.

Dass es logischeweise in diversen Lohngruppen dann auch nach oben in diesen Veränderungen gibt und geben muss, wenn und weil ein Mitarbeiter im Ausbildungsberuf nicht nur soviel wie in ungelernter Mitarbeiter verdienen will, sollte keiner ernsthaften Diskussion bedürfen. Wozu sollte jemand Jahre und geringes oder kein Einkommen in Kauf nehmen, um einen Ausbildungsberuf zu erlernen, wenn er damit nicht besser steht als jemand, der ungelernt einsteigt?

Das wirkt sich auf Wettbewerbsfähigkeit aus, wenn der Kunde nicht mitmacht trotz Mindestlohn beim Arbeitgeber und Fleischindustrie und -hersteller. Muss er aber, wenn der Mindestlohn eh gilt, auch für die Konkurrenz. Dann wird er aber – wäre er nicht dumm, wenn nicht? – auch für mehr Geld bessere Qualität verlangen. An der Ladentheke. Selektive Konsumentscheidung pro höhere Lebensmittel- und Fleisch- und Wurstqualität.

Eine Milchmädchenrechnung?

Eher ein überfälliger Schritt ...

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