„Dann achtet mal aufs Mutterschutzgesetz“ – und macht es teurer!

Das Mutterschutzgesetz (MuSchG) selbst nimmt sich ernst genug, um sogar bei bestimmten Verstößen mit Straftaten und Bußgeldern zu drohen (§ 21 MuSchG – selten gelesen, meine ich, aber es lohnt sich…). Es geht schließlich auch um Leben und Gesundheit meist gleich zweier Personen.

Trotzdem werden Schwangere teilweise einem atemberaubenden Druck ausgesetzt. Freiberufler – Ärzte, Steuerberater und, tja, Anwälte – stellen da leider oft die Speerspitze der Kaltschnäuzigkeit (manche Sprechstundenhilfe weiß davon zu berichten).

In der gestern bekannt gewordenen Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts (Pressemitteilung 77/13 zum Urteil vom 12.12.2013 – 8 AZR 838/12) bleibt offen, was genau das für ein Unternehmen war. Jedenfalls ein schlechtes. Die folgende Passage – dem Urteil der Vorinstanz entnommen (Jus@Publicum bzw. Liz Collet hatte hier darüber berichtet) – lässt aber tief blicken. Oder auch einen eisigen Schauer am Rücken kitzeln:

Die am …1978 geborene, geschiedene und für zwei Kinder unterhaltspflichtige Klägerin ist seit dem 01.09.2010…als Vertriebsmitarbeiterin mit…30 Wochenstunden zu einem monatlichen Bruttogehalt in Höhe von 750,00 € bei der Beklagten angestellt.

Gut, dass man im Vertrieb immerhin so ca. 6 EUR oder sogar mehr die Stunde bekommen kann.

Der gute Verdienst ist natürlich weg, wenn man noch einmal schwanger werden sollte. Diesen Schluss lassen die weiteren Ereignisse zu, vor allem das konziliante Verhalten der Arbeitgeberin. Das BAG schildert das im trockenen Ton seiner Pressemitteilung so:

Anfang Juli 2011 wurde…ein Beschäftigungsverbot…ausgesprochen. Dem Ansinnen der Beklagten, dieses Beschäftigungsverbot nicht zu beachten, widersetzte sich die Klägerin. Am 14. Juli 2011 wurde festgestellt, dass ihre Leibesfrucht abgestorben war…die Klägerin [wurde darauf] auf den 15. Juli 2011 ins Krankenhaus einbestellt ...

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