Eine Kuh am Wegesrand

Aus der Sammlung “Urteile in Reimform”, AG Northeim NJW 1996, 1144 - Adventskalender (12)

Der Kläger fing die Kuh des Beklagten ein. Dabei wurde sein PKW beschädigt. Den Schaden möchte er auf Grundlage der Geschäftsführung ohne Auftrag vom Beklagten erlangen.

Aus den Gründen:

“Wie man es auch dreht und windet, die Klage, sie ist nicht begründet. Zwar hat der Kl., wie man sieht, sich redlich um die Kuh bemüht. Nun ist jedoch in dem Geschehen nicht zu erkennen und zu sehen, was der Jurist Geschäfte nennt, die ohne Auftrag man auch kennt, wenn sie geführt von fremder Hand, Gefahr zu bannen, die bekannt (§§ 677, 680 BGB). Der Tatbestand lässt deutlich werden, man macht sich selber oft Beschwerden. Eine Kuh am Wegesrand, wiederkäuend sich vergnügend, sonntäglichen Frieden liebend, wird vom Kl. hier verkannt. Wo ist die Gefahr ersichtlich, die der Kl. hier gerichtlich festzustellen sich bemüht? Ach, es ist ein altes Lied! Die Polizei war informiert, nur kurzfristig nicht orientiert, sie hätte aber unumwunden die Kuh am Wegesrand gefunden, und Rat gewusst, wie man das Tier befrieden kann im Felde hier. Warum nun PKW und Kette, warum des Schiebens große Müh? Dabei gibt es doch ganz nette Transportgeräte für das Vieh. Die Kuh, vielleicht mit Namen Liese, träumte noch von jener Wiese, wo sie der Kl. aufgespürt, nun fremdem Hofe zugeführt ...

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