Die Entfernung minderwertiger Brustimplantate

Ist die Herausnahme von schädlichen Brustimplantate zwar medizinisch notwendig, aber eine Folge der vorangegangenen Schönheitsoperation, die eine rein kosmetische Maßnahme gewesen ist, hat sich die Patientin an den Kosten zu beteiligen.

So hat das Sozialgericht Berlin in dem hier vorliegenden Fall einer Patientin entschieden, die von ihrer Krankenkasse die komplette Kostenübernahme für den Austausch ihrer Brustimplantate begehrt hat. Im Jahr 2004 flog die damals 19 jährige Klägerin aus Berlin nach Alicante/Spanien und ließ sich auf eigene Kosten beidseits Brustimplantate des Herstellers Poly Implant Prothèse einsetzen. Wenige Jahre später wurde bekannt, dass die Implantate mit ungeeignetem, minderwertigem Industriesilikon gefüllt waren. Sie neigten zur Rissbildung. Silikon konnte austreten. 2010 wurde der Vertrieb untersagt. 2012 empfahl das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Entfernung der Implantate. Heute Morgen wurde der Gründer der Firma PIP in Marseille wegen bewusster Täuschung seiner Kunden zu vier Jahren Haft verurteilt.

Im Juli 2012 begab sich die nun 27 jährige Klägerin für 3 Tage in ein Berliner Krankenhaus. Beim Implantatwechsel stellte sich heraus, dass Ihre PIP-Implantate zwar noch intakt waren, aber bereits deutlich Silikon verloren hatten (sogenanntes Ausschwitzen). Sie wurden gegen neue Silikongel-Implantate ausgetauscht. Die Krankenkasse (Barmer GEK) erstattete die Kosten der medizinisch erforderlichen Herausnahme der schädlichen Implantate (rund 4.100 Euro). Allerdings musste sich die alleinerziehende ALG II-Empfängerin mit 2 % (280 Euro) ihrer jährlichen Einnahmen (14.000 Euro) an den Kosten beteiligen ...

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