“Die Anklage ist inhaltlich richtig. Der Angeklagte ist freizusprechen.”

Meinem Mandanten wurde eine schwere Straftat vorgeworfen. Angeblich hatte er einen Raub begangen, so daß nach § 249 StGB eine Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr drohte. Folgendes hatte sich zugetragen:

Der Mandant hatte sich ein Auto gemietet. Weil er die Mieten (wohl) nicht gezahlt hatte, suchte ihn der Vermieter auf und verlangte das Fahrzeug nebst Schlüsseln heraus. Der Mandant verweigerte indes die Herausgabe. Der Vermieter erblickte die Fahrzeugschlüssel, die dem Mandanten aus der Hosentasche hingen, ergriff diese mit einer schnellen Bewegung und versuchte, mit den Schlüsseln die Wohnung zu verlassen.

Hieran hinderte ihn nun allerdings der Mandant, um wieder in den Besitz der Schlüssel zu gelangen. Es kam zu einem Handgemenge. Beide Beteiligten erlitten Verletzungen. Nachbarn riefen schließlich die Polizei. Gegen beide Beteiligten wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

Mein späterer Mandant schaltete zu diesem Zeitpunkt noch keinen Anwalt ein, da er sich im Recht wähnte und daher darauf vertraute, daß ihm nichts passieren konnte.

Das Verfahren gegen den Vermieter wurde dann allerdings zu seiner Überraschung eingestellt. Die Staatsanwaltschaft verwies darauf, daß der Vermieter in Notwehr gehandelt habe.

Der Mandant hingegen wurde wegen Raubes (des Schlüssels) angeklagt ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK