Da kann einem ja die Hutschnur hochgehen - landrichterliche Ignoranz

Ein unzufriedener Mandant verklagt nach einem verlorenem Arbeitsgerichtsprozess seine damalige Rechtsanwältin (A1) auf Schadenersatz. Das Landgericht weist die Klage ab. Der unzufriedene Mandant sucht sich einen neuen Anwalt (A2). Dieser legt fristwahrend Berufung ein, lehnt aber nach sorgfältiger Prüfung der Sach- und Rechtslage die Begründung der Berufung ab, weil er keine "aussichtslosen Sachen" mache. Gleichzeitig rät A2 aus Kostengründen zur Rücknahme der Berufung. (Um wenigstens weitere Kosten zu vermeiden) Der nun noch unzufredener gewordene Mandant beauftragt nun einen weiteren Anwalt (A3). Dieser kündigt das Mandat gegenüber A2, begründet die Berufung und erleidet Schiffbruch (522 ZPO). A2 wiederum klagt seine Gebühren gegen den unzufriedenen Mandanten ein, immerhin ist eine Verfahrensgebühr aus einem vierstelligen Streitwert (>5000) angefallen. Das Amtsgericht Aachen gibt der Klage statt. (Prima) Das Landgericht Aachen weist die Klage auf Berufung des unzufriedenen Mandanten ab. Und diese Begründung ist so falsch wie lesenswert: "Das Berufungsgericht hat ausgeführt, der bereits durch die Einlegung der Berufung entstandene Gebührenanspruch des Klägers sei gemäß § 628 Abs. 1 Satz 2 BGB entfallen. Eine Kündigung des Klägers liege allerdings nicht vor (§ 628 Abs. 1 Satz 2 Fall 1 BGB). Seine Erklärungen bei der Besprechung am 16. April 2010 und in dem nachfolgenden Bestätigungsschreiben ließen eine eindeutige Mandatskündigung nicht erkennen. Insbesondere die Kündigung des Beklagten vom 19. April 2010 zeige, dass auch er die vorausgegangenen Äußerungen des Klägers nicht als Kündigung verstanden habe. Es sei jedoch davon auszugehen, dass ein vertragswidriges Verhalten des Klägers zur Kündigung des Beklagten geführt habe (§ 628 Abs. 1 Satz 2 Fall 2 BGB). Maßgeblich sei dabei alleine das Verhalten des Klägers im Zusammenhang mit dem Telefongespräch am 16. April 2010 ...Zum vollständigen Artikel

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