Die Versorgungsbezüge eines verunfallten Bundeswehr-Piloten

Allein die Durchführung von Nachtflügen und -landungen mit einem Tornado selbst bei widrigen Witterungsverhältnissen begründen grundsätzlich für die Piloten keine derartige Gefährdungslage, die bei einem Dienstunfall ein erhöhtes Unfallruhegehalt rechtfertigen. Aber wenn Fehleinschätzungen und Informationsdefizite, für die der Pilot keine Verantwortung trägt, dazu geführt haben, dass die Landung zugelassen und durchgeführt worden ist, obwohl die Landebahn zu diesem Zeitpunkt aufgrund der Wetterverhältnisse nicht hätte benutzt werden dürfen, hat sich der Soldat einer Diensthandlung ausgesetzt, die mit einer besonderen Lebensgefahr verbunden gewesen ist.

Mit dieser Begründung hat das Verwaltungsgericht Koblenz in dem hier vorliegenden Fall der Klage eines Soldaten stattgegeben, der mit der endgültigen Festsetzung seiner Versorgungsbezüge nicht einverstanden gewesen ist. Der Kläger steuerte am 23. März 2009 gegen 21:00 Uhr ein Kampfflugzeug des Waffensystems Tornado. Nachdem er viermal vergeblich versucht hatte, auf dem Flughafen Cochem-Büchel zu landen, geriet das Flugzeug beim fünften Versuch auf der Landebahn außer Kontrolle, überschlug sich und wurde zerstört. Bei dem Unfall betätigte der Kläger den Schleudersitz und zog sich hierdurch Stauchungen und Brüche der Wirbelsäule, des rechten Oberschenkelknochens und im linken Kniegelenk zu. Zudem erlitt er eine psychische Belastungsreaktion. Die Unfallfolgen führten zur Dienstunfähigkeit des Klägers sowie einer Minderung seiner Erwerbsfähigkeit um 70 vom Hundert. Daraufhin wurde der Soldat in den Ruhestand versetzt. Nach Zuerkennung einer einmaligen Unfallentschädigung setzte die zuständige Stelle der Bundeswehr die Versorgungsbezüge des Piloten im Mai 2012 endgültig fest, der hiergegen Widerspruch erhob. Er machte geltend, dass die Berechnung der Bezüge fehlerhaft sei, da es sich bei dem erlittenen Dienstunfall um einen sog. qualifizierten Dienstunfall gehandelt habe ...

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