Geschenkte Lorbeeren

Der größte Erfolg stellt sich für einen Strafverteidiger immer dann ein, wenn es ihm gelungen ist, zugunsten seines Mandanten für ein faires und in den Grenzen des Rechts geführtes Verfahren gesorgt zu haben. Und zwar unabhängig vom Ergebnis. Eigentlich und theoretisch.

Uneigentlich und in der Praxis sieht es aber anders aus: Der vom Richter nach einer streitigen Beweisaufnahme verkündete Freispruch krönt die davor liegende Arbeit richtig. Sich stehend den Freispruch des eigenen Mandanten anzuhören, ist - losgelöst von aller Theorie - durchaus ein erhabenes Gefühl. Das Ergebnis ist also doch entscheidend.

Einen solchen Moment habe ich von einem Kollegen geschenkt bekommen, als ich auf meinen Termin beim Strafrichter am Amtsgericht wartete.

Der Kollege hatte um 13 Uhr einen Termin vor der Strafkammer des Landgerichts. Er wurde aber noch als Verteidiger in einer Sache vor dem Strafrichter gebraucht, auf den ich wartete. Die Sache am Amtsgericht hätte bereits um 12:30 Uhr beendet sein sollen, hat sich aber in die Länge gezogen. Erst um kurz vor 13 Uhr begann die Staatsanwältin mit ihrem Schlußvortrag. Sie beantragte 9 Monate für den Angeklagten.

In seinem - recht kurzen - Plädoyer entlarvte der Kollege die Argumente der Staatsanwältin als nicht stichhaltig und beantragte, seinen Mandanten freizusprechen ...

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