Better Pro.[E].motion

Für den 3. Dezember, den internationalen Tag der Menschen mit Behinderung, hat die Agentur Jung von Matt die Geschäfte der Nobelstraße überredet, “nicht perfekte” Puppen ins Schaufenster zu stellen. Als ich das zuerst las und hörte, rebellierte – offen gestanden – spontan etwas schon gegen die Formulierung “nicht perfekt”.

Weil ich persönlich – schon seit ich denken kann – solche Etiketten per se ablehne. Schlicht, weil absolut niemand perfekt ist. Nicht äusserlich. Nicht in seinem Naturell und Charakter oder Handeln. Vor allem aber eben: Nicht äusserlich.

Immer schon ärgerte mich, wenn Menschen danach beurteilt wurden. Nicht nur bei sichtbaren Handicaps. Generell.

Ich erinnere mich an ein Gespräch, als ich mit der ersten der Kameras, die ich in die Hand bekam, bei einem Freizeit-Wochenende für Konfirmanden vor der Konfirmation die anderen fotografiert hatte. Und eine der anderen ein paar Tage später beim Blick auf die Abzüge und eines der Mädchen und einen der Jungs – Staunen pur im Tonfall – meinte:

“Wow, auf den Fotos sehen die beiden ja gar nicht so hässlich aus…… die xy sieht ja richtig hübsch aus auf Deinen Fotos. Und der yz – hmmm… der hat ja ein total süsses Lachen, wenn man ihn mal so sieht. Sonst sieht man die nie so….”

Mich machte das damals schon zornig. Die Wertung als hässlich. Der letzte Satz, der noch immer entlarvte, wo der Fehler liegt, wenn etwas übersehen wird: Nicht bei dem, den man ansieht, sondern bei dem, der einfach nur nicht gut hinsieht. Dass es keine hässlichen Menschen gibt, keine perfekte und keine nicht perfekten. Dass es nur Menschen gibt, die nicht richtig sehen können und gelernt haben. Nicht hinsehen. Sondern übersehen. Bewusst oder gleichgültig, oberflächlich oder gedankenlos.

Und die, wenn ihnen dann mal etwas auffällt, dann nicht mal merken, dass es an ihrem eigenen begrenzten Blickfeld lag und nicht an dem, den sie übersehen hatten oder dessen interessante, schöne, an ...

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Pro Infirmis «Wer ist schon perfekt?»

Die Zürcher Bahnhofstrasse glänzt in der Vorweihnachtszeit mit schmucken Auslagen. In den Schaufenstern von fünf Modegeschäften sind heute jedoch besondere Schaufensterpuppen mit Behinderung im Einsatz. Die Figuren wurden massstabgetreu als dreidimensionale Abbilder von Miss Handicap 2010 Jasmin Rechsteiner, Radiomoderator und Filmkritiker Alex Oberholzer, Leichtathlet Urs Kolly, Bloggerin Nadja Schmid sowie Schauspieler Erwin Aljukic geschaffen. http://www.proinfirmis.ch Kommen Sie behinderten Menschen auch auf Facebook näher. Liken Sie die Seite von Pro Infirmis: http://www.facebook.com/proinfirmis Unser TV-Spot mit dem Bär: http://youtu.be/ocBh9bgph_g Unser TV-Spot mit Gianni Blumer: http://youtu.be/7FH4yK5ibmM Music: Lost At Sea by Dave Thomas Junior


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