Probleme bei der Beschäftigung freier Mitarbeiter

Rechtsanwalt Bodem, Fachanwalt Arbeitsrecht Berlin

1. Die Beschäftigung von Honorarkräften (freien Mitarbeitern) ist gerade bei jungen Start-Up-Unternehmen und in den Neuen Medien die Regel. Aber auch in Krankenhäusern, bei den so genannten “freien Berufen”, in Physiotherapiepraxen, Reha-Zentren, Fitness-Clubs, überall findet man “freie Mitarbeiter”. Nur selten trifft die Beurteilung zu. Fragt man nach, dann ging es allen Beteiligten im Kern darum, Sozialversicherungsabgaben zu sparen und den Auftraggebern darum, Urlaub und Krankheit zusätzlich nicht bezahlen zu müssen. Die Probleme, die dabei entstehen (können), sehen weder die Unternehmen noch die freien Mitarbeiter. Häufig fällt dem freien Mitarbeiter durch eine Nachfrage der Rentenversicherung auf, dass er trotz Selbständigkeit Rentenbeiträge (nach-)zahlen muss. Das Geld hat er nicht (zurückgelegt) und schon fällt ihm ein, dass er doch eigentlich Arbeitnehmer war. Wird er vom Chef gekündigt erhebt er plötzlich Klage vor dem Arbeitsgericht und schon kommt die Lawine von Sozialversicherung, Finanzamt und Arbeitsgerichtsprozess ins Rollen. Im Zweifel gilt: Lieber anstellen, als später drauf zahlen. Jeder Zweifel kann zudem durch eine Vorabanfrage an die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) binnen 4 Wochen verbindlich geklärt werden. Wer das nicht macht, trägt später das volle wirtschaftliche Risiko.

2. Stellt sich später heraus, dass der freie Mitarbeiter tatsächlich Arbeitnehmer war, entstehen erhebliche rechtliche, insbesondere aber wirtschaftlich Folgen, insbesondere für den vermeintlichen Auftraggeber, der dann die Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung nachzahlen, seine Umsatzsteuererklärungen wegen der Vorsteuer korrigieren und ggfs. für die Lohnsteuer des Mitarbeiters haften darf. Vielleicht wird er auch noch auf Feststellung verklagt, dass ein ungekündigtes Arbeitsverhältnis besteht ...

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