Rechtsfragen zu Anwalts-Fake-Bewertungen - Interview mit RA Thomas Stadler

In einem Kommentar zu meinem Blogbeitrag „Anwalt-Fake-Bewertungen“ wird der Verdacht geäußert, dass Rechtsanwälte massenhaft Bewertungen manipulieren. Ich selbst bin da im Hinblick auf die möglichen rechtlichen Konsequenzen skeptisch. Jetzt sprach ich mit dem Kollege Thomas Stadler aus Freising. Als Fachanwalt für IT-Recht und Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz kennt er sich bestens mit der Materie aus. Er hat sich nicht nur in der Praxis, sondern auch in seinem Blog Internet-Law schon intensiv mit den rechtlichen Fragen zum Thema Bewertungen im Internet auseinandergesetzt.

Wenn sich ein Rechtsanwalt selbst eine „Fake-Bewertung“ schreibt - sei es nun auf einem Anwaltsbewertungsportal oder bei allgemeinen Diensten wie Yelp (ehemals Qype), pointoo oder Google Places - gegen welche Normen verstößt er damit eigentlich?

RA Thomas Stadler

Das ist in jedem Fall wettbewerbswidrig und verstößt auch gegen anwaltliches Berufsrecht. Denn es wird damit ja der Eindruck erweckt, ein tatsächlicher Mandant hätte die Bewertung vorgenommen. Das ist irreführend und verschleiert den Umstand, dass es sich in Wirklichkeit um Eigenwerbung des Anwalts handelt.

Es dürfte ein Verstoß gegen das allgemeine Sachlichkeitsgebot des § 43a Abs. 3 BRAO vorliegen und gegen das Gebot nur sachlich zu werben (§ 43 b BRAO).

Ist das vielleicht sogar Betrug?

Im juristischen Sinne nicht. Sofern man eine Irreführung landläufig auch als Betrug bezeichnen möchte, natürlich schon ...

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