Zu klein für Pilotenausbildung – Entschädigung wegen Diskriminierung?

Die Luftfahrtbranche liefert mal wieder ein interessantes Lehrstück zum Thema Diskriminierung im Arbeitsleben. Diesmal ging es beim Arbeitsgericht Köln (Urteil vom 28.11.2013, 15 Ca 3879/13) um die Klage einer Bewerberin, die sich erfolglos um eine Ausbildung als Pilotin bei der Lufthansa beworben hatte. Das beklagte Luftfahrtunternehmen hatte den Abschluss des Ausbildungsvertrages abgelehnt, weil die 161,5 cm große Klägerin die in den tarifvertraglich geregelten Auswahlrichtlinien vorgesehene Mindestgröße von 165 cm nicht erreichte. Damit fehlten der jungen Frau ganze 3,5 Zentimeter für ihren Traumjob. Sie machte geltend, dass die Regelung der Mindestgröße von 165 cm sie als Frau mittelbar diskriminiere. Frauen seien durchschnittlich kleiner als Männer, mehr als 40% der Frauen seien kleiner als 165 cm. Demgegenüber seien lediglich 2,8% der Männer kleiner als 165 cm. Sie erhob Klage gegen die Lufthansa und forderte eine Entschädigung in Höhe von 135.000 Euro nach dem AGG. Der Anwalt der Gegenseite behauptete dagegen, ein Pilot müsse auch große Passagiermaschinen fliegen können, und berief sich auf die Anforderungen der Luftverkehrssicherheit ...

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