“Ohne sich zur Vertiefung des Verdachts treiben zu lassen”

Zum Umgang der Staatsanwaltschaften mit den Medien geht es in dem Zitat. Es stammt aus diesem vor wenigen Tagen veröffentlichtem Artikel über den Anwalt von Christian Wulff, Gernot Lehr. Er schildert darin die Erfahrungen im Umgang mit den Medien, deutet oder spricht darin an, welche Empfindungen auch einen Anwalt, nicht nur den Mandanten in medial sensationsträchtigen Fällen dabei einnehmen und einnehmen können. Kritisiert ein “Ausbildungsdefizit” bei vielen Behörden und dass die Praxis “voll von Beispielen” dafür sei, dass die Ankläger des Staates sich mitnichten, wie es ihre Aufgabe sei, einer Vorverurteilung enthielten. Er fordert daher, eine Staatsanwaltschaft dürfe sich nicht treiben lassen: “Man muss hinnehmen, auch öffentlich kritisiert zu werden, ohne sich zur Vertiefung des Verdachts treiben zu lassen.”

Nicht schärfere Gesetze, sondern mehr Sanktionen und dabei die Rechtsprechung seien gefordert, die sehr zurückhaltend sei, wenn es um die Verletzung der Grundsätze von Verdachtsberichterstattung gehe. Wer als Täter dargestellt werde, statt bis zum Urteil als unschuldig zu gelten, erleide stets “brutalsten Schaden”. Das müsse stärker geahndet werden.

Nicht wenige Strafverteidiger kennen dies und ähnliche Erfahrungen aus ihrer Tätigkeit ...

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  • Wulffs menschlicher Schutzschild hat brutal gelitten

    welt.de - 6 Leser - Gernot Lehr ist Wulffs wichtigster Anwalt. Am ersten Prozesstag war er nicht in Hannover, schoss aber scharf gegen „medienorientierte Staatsanwälte“ - und berichtete, wie die Affäre auch ihm schadete.

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