Legalized in Kreuzberg?

Mit dem Ziel, den (immer noch) verbotenen Haschisch-Handel im Görli einzudämmen, hat der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg die Eröffnung eines Coffeeshops beschlossen.

Bevor nun aber der Run auf den neuen Bio-Supermarkt einsetzen kann, fehlt noch eine Kleinigkeit: Ja, auch ein bezirklich organisierter Drogenhandel braucht den behördlichen Segen des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte. Ich habe allerdings so meine Zweifel, ob das zutreffende (!) Argument der grünen Kreuzberger Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann, die Prohibitionspolitik der letzten Jahrzehn ...

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Der Adel vom Görli Der neue Film von Volker Meyer-Dabisch ("Love, Peace & Beatbox") führt den Zuschauer ins Herz des alten Kreuzberg 36: den Görlitzer Park. Fernab vom Berlin der hippen Szenebezirke, medialen Overkill-Events und dauerdokumentierten Hartz IV-Tristesse - und doch mittendrin. Für seine Nutzer - oder sollte man schon sagen: Bewohner? - ist der "Görli" ein Stück lebbare Freiheit, eine Utopie, ein Netz. So wie für Lupo. Der ehemalige Punkrocker singt und spielt auf seiner Westerngitarre Hymnen auf ein Leben zwischen Dosenbier und Weltrevolution. Und philosophiert dabei über die Qualitäten des sozialen Netzwerkes zwischen denen, die jeden Tag im Park verbringen. Ein Netzwerk, das diejenigen auffängt, die mal eine Stromrechnung nicht bezahlen können, denen der Umzug über Kopf wächst oder denen einfach eine Jacke fehlt. Wir lernen Alberto kennen, der seit den 80er Jahren jeden Tag mehrere Stunden Frisbee spielt. Wir verfolgen Burnie, der am frühen Morgen mit seinem Caddy Steve durch den Park zieht, um dort eine Runde Golf zu spielen - eingelocht wird in eine eingegrabene Fischdose. Wir treffen die französische Chansonsängerin Melinee mit ihrem Akkordeon und Technomusiker Roberto, der auf seiner fahrbaren Musikbox hier seine selbstgebastelten Beats ausprobiert. Und eine ältere Dame erinnert sich an die alten Dampflokomotiven, die am Görlitzer Bahnhof früher Station machten. Ihre Geschichten fügen sich Stück für Stück zu einem Bild vom Görlitzer Park und der Menschen, die in ihm und mit ihm leben. Zu einem Gesellschaftspanorama auch des Kreuzbergs von heute. Einem Panorama, das den Blick auf eine gelebte Utopie einer post-kapitalistischen, ursozialistischen Gesellschaft freigibt. Auf ein Leben, in dem jeder jedem seine Freiheit gönnt und man sich durch Tauschhandeln, Kunst, Musik, Luft und Liebe ernährt. Ein Leben mit Träumen und von Träumen. Wer hier herkommt, spürt, dass hier etwas ganz Besonderes passiert, einzigartig vielleicht in der Welt. Hier trifft sich beim abendlichen Lagerfeuer der weltreisende israelische Schmuckbastler mit dem schwäbischen Feuerjongleur. Legenden über die wilde Zeit werden zum Besten gegeben, unter Obstbäumen wird teilweise offene Anarchie gelebt - und doch scheint all das zu funktionieren. Nachts ist der Park dunkel. Keine Lampe beleuchtet die Wiesen. Und doch pulsiert der Görli vor Leben. Dieser Film erzählt viele Geschichten in einer. Und eine in vielen.



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