Berufungsverhandlung ausgesetzt: Jetzt kann sich der Mann erstmal bewähren, wenn nichts anderes dazwischen kommt

Für die Kollegin Nagel bin ich heute kurz als Verteidiger in einer Berufungssache vor dem Landgericht Mönchengladbach eingesprungen und zu erstaunlichen Erkenntnissen gelangt. Erstinstanzlich war der Mandant, dessen Strafregister zahlreiche – auch einschlägige – Vorstrafen aufweist und der auch schon etliche Male die Vorzüge des Strafvollzuges genossen hat und aktuell unter Führungsaufsicht steht, unter Zurückstellung von Bedenken zu einer 14-monatigen Bewährungsstrafe wegen Betruges in zwei Fällen verurteilt worden. Hiergegen hatte die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt mit dem Ziel einer Strafe ohne Bewährung.

Ein erfahrener Oberstaatsanwalt war als Sitzungsvertreter erschienen und zeigte sich einigermaßen erstaunt über das Urteil der Vorderrichterin, die das Gesetz vielleicht nicht so ganz nachvollziehbar ausgelegt habe. Die dünne Hoffnung, dass der zum Zeitpunkt der Entscheidung noch inhaftierte Angeklagte es diesmal endlich begreifen werde, rechtfertige keine Strafaussetzung. Ich habe dagegen gehalten, dass sich in den paar Monaten seit der Haftentlassung doch Einiges zum Positiven geändert habe. Der Mann habe eine feste Arbeitsstelle, leiste in Teilbeträgen Schadenswiedergutmachung, sei wegen bestimmter Auffälligkeiten in der Persönlichkeit in Therapie und versuche gerade, mit seiner Ex-Ehefrau und den Kindern wieder ein Beziehungsleben aufzubauen ...

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