Maximale Ausbeutung – Minimaler Lohn : Minijobs

Ein Beitrag, der Anfang des Jahres 2013 gesendet wurde.

Wird sich etwas mit der nunmehrigen Koalitionsvereinbarung ändern?

Bei den vorgesehenen Änderungen, deren Zeitpunkt und den selbst dann noch geplanten Übergangsfristen und Änderungen eher nicht in absehbarer Zeit.

Noch nicht mit eingerechnet, dass selbst dann noch Recht, Theorie und Praxis bis zu auch klageweise durchzusetzenden Ansprüchen weitere “Vorlaufzeiten” entfalten würden.

Ob der Beitrag aktuelle Lage widerspiegelt? Ja. Aus eigener Erfahrung: Ja. Nicht aus Tätigkeit bei Edeka und Post eigene Erfahrung, aber aus eigener Erfahrung in anderem Unternehmen. Inklusive unbezahlter Probearbeitstage, inklusive falscher Abrechnung von Stunden, inklusive keine Gehaltszahlung selbst im 3. Monat der Tätigkeit, trotz Mahnung, Abmahnung ...

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Maximale Ausbeutung - Minimaler Lohn

Sendung vom 23.01.2013 Die Minijob-Masche Mit der Hartz-Reform sollte alles einfacher werden. Sozialhilfe und Arbeitslosengeld wurden zusammengelegt, Arbeitswilligen Steine aus dem Weg geräumt, Bürokratie abgebaut. Teil des Konzepts war der Minijob, der es auch Empfängern von Sozialleistungen möglich machen sollte, Geld unkompliziert dazu zu verdienen. Den Arbeitgebern sollte es leichter gemacht werden, Arbeitslosen eine Chance zu geben, ohne direkt festanstellen zu müssen. Die Politik hoffte, Unternehmen und Arbeitslose könnten sich so risikofrei kennen lernen und, sollte es dann doch nicht passen, auch unkompliziert wieder trennen. Ziel war es, möglichst viele Arbeitslose in Festanstellungen zu vermitteln. Über sieben Millionen Menschen arbeiten mittlerweile in einem Minijob, dürfen nächstes Jahr maximal 450 Euro im Monat dazu verdienen. Nur: Festangestellte werden aus Minijobbern kaum, eher das Gegenteil ist der Fall. Für Unternehmer bietet der Minijob nämlich in erster Linie vielfache Möglichkeiten zu sparen. Und genau das ist das Problem. So nutzen Unternehmen die Regelung, um ohnehin schlecht bezahlte Minijobber noch zusätzlich auszubeuten: Urlaub wird nicht gewährt, bei Krankheit droht Kündigung, Mindestlöhne werden durch Akkordvereinbarungen umgangen und Tarifverträge ausgehebelt. Gerade weil Minijobs für Unternehmen weniger Bürokratie bedeuten und auch Kündigungen einfacher sind, werden massenhaft Vollzeitstellen umgewandelt und damit die eigentlich gute Idee des Minijobs ad absurdum geführt. Die ZDFzoom-Reporter Kirsten Moser und Christian Bock zeigen, wie ein Arbeitsmodell, das ursprünglich Hausfrauen und Studenten einen unkomplizierten Nebenjob ermöglichen sollte, außer Kontrolle gerät. Wie es Vollzeitstellen vernichtet, den Sozialstaat aushöhlt, Arbeitnehmer zweiter Klasse erschafft. Beide Reporter waren als Minijobber unterwegs, putzten Büros und schufteten im Supermarkt. Ihr Fazit: Minijobs, das ist oft minimales Geld bei maximaler Ausbeutung. Einer der "Erfinder" der Hartz-Reformen, Professor Jobst Fiedler, damals Berater bei Roland Berger, äußert sich im ZDFzoom-Interview kritisch: "Wir wollten eigentlich nur Putzfrauen legalisieren. Aus heutiger Sicht sind die Minijobs insgesamt ein Fehler gewesen." Quelle = http://www.zdf.de/ZDFzoom/Die-Minijob-Masche-26208438.html


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